Jetzt den Allergiecheck machen

Endlich können wir wieder durchatmen, die Pollensaison ist vorbei. Genau der richtige Zeitpunkt also, um doch wieder an die lästigen Allergien zu denken. Denn jetzt beugen wir für nächstes Jahr vor.

Eine Ärztin zeichnet bei einer Frau Pflaster für einen Allergiestes am Rücken an. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ob eine Allergie vorliegt, zeigt sich bei diesem Test nach ein bis zwei Tagen an einem kleinen Ausschlag. imago

Eigentlich könnte man annehmen, ein Allergietest mache dann am meisten Sinn, wenn sich die Allergie auch am deutlichsten zeigt. Doch dem ist nicht so. «Wenn die Allergiesymptome am stärksten sind, ist auch das Immunsystem sehr sensibel und aktiv», sagt Hausarzt Christoph Stirnimann. «Dies verfälscht die Resultate des Allergiechecks.»

Allergiecheck im Spätsommer

4:20 min, aus Musikwelle Magazin vom 10.09.2015

Deshalb bietet sich als Testzeitraum der Spätsommer an, wenn die Beschwerden nicht mehr vorhanden sind. Dazu werden zur Ermittlung von potenziellen Heuschupfen-Auslösern üblicherweise Hauttests herangezogen. Beim Allergiecheck mittels Prick-Test werden diverse Allergene auf die Haut aufgetragen und mit einer feinen Nadel eingestochen. Ist die Person auf ein Allergen allergisch, reagiert die Haut ähnlich wie bei einem Insektenstich. Der Effekt zeigt sich bereits nach 20 Minuten, er heisst deshalb «Soforttyp-Reaktion». Die Spättyp-Reaktion dagegen zeigt sich, wenn man an einem mit Pflaster abgeklebten Areal am Rücken Allergenen aufbringt. Die Reaktion wird dann ein bis zwei Tage später untersucht.

Die Interpretation der Ergebnisse muss in jedem Fall ein Experte vornehmen, denn es gibt kein zu 100 Prozent verlässliches, eindeutiges Verfahren. Auch der Allergietest reicht als alleiniges Kriterium nicht aus, sondern es sind darüber hinaus die Familiengeschichte hinsichtlich Allergien, der Krankheitsverlauf und bisherige Behandlungsmethoden von Bedeutung. Erst im Zusammenspiel mit diesen Aussagen hat ein Allergietest Aussagekraft.

Möglichkeiten, die Allergie zu bekämpfen

  • Vermeidungsstrategie: Wer zum Beispiel gegen Milben allergisch ist, soll es mit speziellen Bettbezügen versuchen. Wer Gräser meiden will, muss sich in der entsprechenden Saison anpassen.
  • Medikamente unterdrücken die allergische Reaktion. Hier gibt es auch homöopathische Möglichkeiten.
  • Desensibilisierung: Dies ist ein längerer Prozess. Zirka drei Jahre lang muss sich der Patient das Allergen, auf welches er allergisch reagiert, unter die Haut spritzen lassen. Anfangs wöchentlich, später monatlich. «So versuchen wir das Immunsystem des Patienten gegen die Allergie zu trainieren, das Immunsystem also so umzupolen, dass es das Allergen sofort abbaut, bevor es zu dieser Fehlreaktion kommt, die die Allergie auslöst», erklärt Christoph Stirnimann.