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Körper & Geist Schlaganfall – Ein Drittel der Patienten ist jünger als 65

Schlaganfälle treffen immer mehr junge Menschen. Vor allem in Regionen mit niedrigem Einkommen nimmt die Anzahl der Schlaganfälle zu. Schuld soll der ungesunde Lebenswandel sein.

Legende: Video «Schlaganfall trifft mehr Junge» abspielen. Laufzeit 0:25 Minuten.
Aus Puls vom 18.11.2013.

Die britische Fachzeitschrift «The Lancet» hat eine Studie veröffentlicht, laut der inzwischen jeder dritte Schlaganfallpatient unter 65 Jahre alt ist. Zwischen 1990 und 2010 ist die Zahl von Hirnschlägen bei 20- bis 64-Jährigen um ein Viertel gestiegen.

Für ihre Studie haben die Forscher 119 Untersuchungen aus aller Welt ausgewertet. Die Zahl der Schlaganfälle schätzen die Autoren für das Jahr 2010 auf 16.9 Millionen, 5.9 Millionen Menschen starben an den Folgen.

Spezialisierte Kliniken verbessern die Chancen

Die Forscher analysierten auch, welche Regionen der Welt besonders betroffen sind. In Ländern mit niedrigem Einkommen wie Staaten in Osteuropa, in Afrika südlich der Sahara sowie in Süd- und Ostasien war die Zahl der Todesfälle bis zu zehn Mal höher als in den am geringsten betroffenen Ländern in Westeuropa, Australien und Nordamerika. In diesen Ländern mit höherem Pro-Kopf-Einkommen führe eine verbesserte Aufklärung und Vorsorge sowie die Einrichtung von «Stroke Units» (spezialisierte Schlaganfall-Einrichtung) zu einem Rückgang der Schlaganfälle und deren Folgen.

Die Zunahme der Schlaganfälle bei jüngeren Menschen sei vor allem auf eine deutliche Zunahme von Fällen in den ärmeren Ländern zurückzuführen. Vermutlich gewännen dort Risikofaktoren wie ungesunde Ernährung, hoher Blutdruck, Rauchen oder mangelnde Bewegung an Bedeutung.

Tipps – Schlaganfall vorbeugen

  • Achten Sie auf Ihren Blutdruck:Um den Blutdruck zu senken, ist eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung wichtig. Auch Ausdauersport wie Walken oder Joggen hilft. Ideal ist es, mehrmals in der Woche für mindestens 30 Minuten zu trainieren.
  • Vermeiden Sie Stress: Starker Stress kann langfristig zu einem Schlaganfall führen, da er häufig mit ungesundem Verhalten wie Rauchen, wenig Bewegung oder schlechter Ernährung einhergeht. Zudem beeinflusst Stress auch wichtige Stoffwechselprozesse und begünstigt Bluthochdruck. Gegen Überforderung und Hektik helfen beispielsweise Entspannungsübungen wie Yoga oder Autogenes Training. Zudem sollte man sich den Tag nicht immer komplett mit Terminen zuschaufeln.
  • Bewegen Sie sich: Es muss nicht gleich Hochleistungssport sein. Es hilft bereits, wenn man zweimal pro Woche 30 Minuten spazieren geht. Eine Studie der Universität Harvard hat gezeigt, dass auch Wandern und Walken helfen, einem Hirninfarkt vorzubeugen. Bewegung beeinflusst den Kreislauf positiv.
  • Vermeiden Sie Übergewicht: Achten Sie darauf, keine überflüssigen Pfunde anzusetzen. Essen Sie wenig Salz und tierische Fette. Das hilft, einer Arteriosklerose entgegenzuwirken.
  • Rauchen Sie nicht: Hören Sie mit dem Rauchen auf. Nach Angaben der Deutschen Schlaganfall-Hilfe erhöht Rauchen das Schlaganfallrisiko um das Zwei- bis Vierfache. Zigarettenrauch enthält neben Nikotin, Teer, Blei und Arsen viele weitere schädliche und krebserregende Stoffe. Diese führen zur Schädigungen aller Organe.
  • Trinken Sie wenig Alkohol: Das Risiko für eine Hirnblutung steigt mit jedem Tropfen Alkohol. Nach Angaben der Deutschen Schlaganfall-Hilfe steigt das Risiko für einen Schlaganfall bei Frauen ab einer Alkoholmenge von 20 Gramm pro Tag deutlich an – bei Männern ab 40 Gramm pro Tag, was ungefähr einer halben Flasche Wein, einem Liter Bier oder fünf Schnäpsen entspricht.
  • Essen Sie gesund: Essen Sie viel Obst und Gemüse, aber auch Vollkornprodukte. Verzichten Sie auf Limonade und andere süsse Getränke. Wasser stillt den Durst am besten.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Stachon, 6206 Neuenkirch
    Dass die Behandlung von Nackenschmerzen mittels Manipulation (manueller Impuls u. hörbares Knacken) Kleinhirninfarkte auslösen kann, dass wird oft verschwiegen! Fakt ist, dass diese "alte" Methode " im Ausbildungsprogramm verschwunden ist, leider aber noch zur Anwendung kommt. Der Beweis "Kleinhirninfarkt" ist so schwierig zu erbringen, wie bei jungen Frauen, die vor und während der Einnahme von Antibabypillen (Yasmin z.B.) gerngesund waren, dann aber trotzdem eine Lungenembolie erlitten!
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    1. Antwort von Marco Vogelsang, Horgen
      Die medizinische Behandlung von Nackenschmerzen mit Medikamenten verursacht je nach Statistik 100 bis 1000 mal mehr Todesfälle als eine manuelle Behandlung. Die Häufigkeit beträgt 1:1000000 Fälle. Das natürliche Vorkommen von Hirnschlag auslösenden Gefässverletzungen ist aber auch 1:1000000. Die Fakten sprechen ihre Sprache. Eine neue Studie zeigte bei Injektionen in der Halswirbelsäule schlechtere Resultate als die Manipulation. Eine der Injektionen löste gar eine schwerwiegende Lähmung aus...
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Diesen Artikel lesen und zu Herzen nehmen!
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