Krebs am Arbeitsplatz – Herausforderung für Angestellte wie Chefs

Krebs hat viele Facetten und ist längst kein automatisches Todesurteil mehr. Immer mehr Betroffene arbeiten mit der Diagnose oder wollen nach der Therapie zurück ins Erwerbsleben. Ohne Unterstützung ein schwieriges Unterfangen, das Arbeitnehmer wie Arbeitgeber vor Probleme stellt.

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Krebs am Arbeitsplatz – Schwierig für Betroffene und Arbeitgeber

18 min, aus Puls vom 5.12.2016

Krebs ist nach wie vor eine Schockdiagnose. Dass es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Arten gibt und die Medizin laufend Fortschritte in der Therapie macht, ändert für die Betroffenen wenig daran.

Rund 64'000 Schweizerinnen und Schweizer im erwerbsfähigen Alter leben derzeit mit der Diagnose. Und da das Krebsrisiko mit dem Lebensalter steigt, sind oft erfahrene Mitarbeiter betroffen, deren Ausfall ein Unternehmen besonders schmerzt.

Viele Betroffene arbeiten nach der Diagnose weiter oder kehren nach der Therapie an den Arbeitsplatz zurück. Eine schwierige Situation für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber.

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Wann melden, was melden?

Zeichnet sich eine längere teilweise oder komplette Job-Absenz ab, muss der Arbeitgeber informiert werden. Im Arztzeugnis sind Beginn, Dauer und Grad der Arbeitsunfähigkeit enthalten, nicht aber die genaue Diagnose. Diese unterliegt dem Arztgeheimnis und muss auch im persönlichen Gespräch nicht genannt werden.

Krankgeschrieben – was heisst das?

Da es «den» Krebs nicht gibt, ist es schwierig abzuschätzen, wie lange die Behandlung dauern wird und wie gross die Überlebenschancen sind. Wie lassen sich die Absenzen am Arbeitsplatz auffangen? Wie lange kann ein Arbeitgeber die Stelle offenhalten? Wie sieht die finanzielle Situation der Betroffenen aus, wenn sich die Arbeitsunfähigkeit hinzieht? Wie soll bei der Wiedereingliederung am besten verfahren werden, um den/die Rückkehrer/in nicht zu überlasten?

Leider gibt es kein «Schema F», nach dem zur bestmöglichen Wahrung der beiderseitigen Interessen verfahren werden kann. Den Überblick im Dschungel der Paragrafen zu behalten, in Versicherungsfragen keine wichtigen Fristen zu verpassen und nicht in gutem Willen schlechte Deals einzugehen, ist aus eigener Kraft kaum machbar.

  • Anlaufstelle Nummer eins ist die Krebsliga Schweiz. Sie berät nicht nur Betroffene, sondern hat auch ein Coachingangebot für Arbeitgeber aufgebaut, das unter anderem eine Telefonberatung, Workshops für Führungskräfte und Schulungen für Mitarbeitende umfasst.
  • Zu rechtlichen Fragen findet sich bei Pro Infirmis ein breites Informationsangebot. Speziell in den Themengebieten «Arbeitsunfähigkeit während eines Arbeitsverhältnisses» und «Beendigung des Arbeitsverhältnisses» wird Klarheit geschaffen, wie es mit den Rechten und Pflichten von Arbeitnehmern und Arbeitgebern aussieht.
  • Mit dem Arbeitgeber oder Arbeitskollegen über die psychischen Auswirkungen der Diagnose und Behandlung zu sprechen, fällt vielen Krebskranken nicht leicht. Die Kampagne Wie geht’s Dir liefert wertvolle Gesprächstipps für Betroffene und fürs Umfeld.

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