Erholung in den Alltag retten

Jeder kennt das Phänomen: Kaum sind die Ferien vorbei, ist der Erholungseffekt auch schon wieder verpufft. Das muss nicht sein.

Eine Frau träumt von Meer und Strand. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Urlaubserinnerungen zu pflegen schafft kleine Entspannungspausen im Alltag. Colourbox

Ferien sind eine Auszeit vom Alltag. Doch während die einen eine Woche brauchen, um überhaupt in den Urlaubsmodus zu verfallen, werden andere nach spätestens zwei Wochen unruhig und können nur noch an all das denken, was zu Hause liegengeblieben ist und nun auf sie wartet. So oder so: Hat einen erst der Alltag wieder in seinen Fängen, sind die Urlaubsgefühle schnell verpufft.

Das Phänomen hat einen Namen: «Post Holiday Syndrome». Und es dauert zum Glück in der Regel nur wenige Tage. Ein paar Tipps helfen:

Für den Alltag nach den Ferien

  • Sich auf die positiven Aspekte der Arbeit oder des Alltags fokussieren. Zum Beispiel trifft man Kollegen oder Kunden wieder, denen man gerne von den Ferien erzählt.
  • Eine neue Einstellung zur Arbeit, zum Alltag kultivieren. Was mag ich besonders an meiner Arbeit? Was im Alltag, in meinem Leben macht mir Freude?
  • Sich Zeit lassen, im Arbeitsalltag und im Alltagsleben anzukommen.
  • Sich für Pendenzen Zeit lassen. Wenn sie über die Ferien liegen geblieben sind, kommt es auf ein paar Tage mehr oder weniger auch nicht mehr an.
  • Termine steuern. Nicht alles muss in der ersten Woche nach der Rückkehr erledigt werden.
  • Erinnerungen zelebrieren. Ausgiebig in Urlaubserinnerungen zu schwelgen, bringt die Urlaubsgefühle wieder zurück.
  • Erfahrungen in den Alltag retten. In den Ferien nimmt man sich mehr Zeit für Genuss und Gespräche – das tut gut. Beides kann man sich auch für den Alltag nach Ferienende vornehmen.
  • Nach dem Urlaub auf Pausen achten. Auch direkt nach den Ferien sollte man auf seine Erholungszeiten achten. Meistens wird das eher vernachlässigt, weil man denkt, so frisch aus dem Urlaub vor Energie strotzen zu müssen. «Wenn man aus den Ferien zurückkommt und genauso weitermacht wie vorher Ferien, dann ist der Erholungswert schnell wieder vorbei – egal, bei welchem Ferientypen», warnt Psychologe Rolf Heim.

So haben Sie mehr von den nächsten Ferien

  • Wahrnehmen, zu welchem Ferientyp man gehört. «Das hängt sehr davon ab, wie leicht man sich entspannt. Leute, die schnell abschalten können, profitieren durchaus auch von kurzen Urlauben. Andere brauchen schon allein eine Woche, bis sie überhaupt das Büro vergessen können», erklärt Rolf Heim.
  • Keine übersteigerten Erwartungen. Man sollte sich nicht unter Erholungsdruck setzen, sondern auch im Alltag Entspannungsinseln integrieren. Ferien sollten nicht die einzige Chance sein, den Stress der vergangenen drei Monate zu kompensieren, sondern eine Abwechslung und neue Erlebniswelt.
  • Urlaub beginnt schon vor den Ferien. Man sollte nicht völlig abgehetzt in die Ferien starten, sondern auch die Zeit vor dem Urlaub planen und entscheiden, was dringend vorher erledigt werden muss und was bis nach den Ferien warten kann – im Beruf wie zuhause. Es hilft, die Ansprüche herunterzuschrauben: Die Wohnung beispielsweise muss nicht glänzen, wenn man in die Ferien aufbricht.