Fettig – der neue sechste Geschmackssinn

Süss, sauer, bitter und salzig – das sind die bekannten Geschmacksqualitäten. Vor einigen Jahren gesellte sich der Geschmack «umami» hinzu. Und jetzt sind Lebensmittelchemiker der Technischen Universität München einem sechsten Geschmackssinn auf der Spur: fettig.

Die neue Geschmacksrichtung ist eine Entdeckung, die unsere Ernährung revolutionieren könnte. So soll es Menschen geben, die Fett schlechter schmecken können als andere. Ob das Auswirkungen auf das Körpergewicht hat, weiss man noch nicht genau. Eine Studie fand allerdings einen Zusammenhang zwischen der Fett-Empfindlichkeit im Mund, der Fettaufnahme und dem Body Mass Index.

Auch für Andreas Dunkel, Lebensmittelchemiker an der Technischen Universität München scheint ein solcher Zusammenhang logisch: Es sei denkbar, dass Menschen, die Fett eher empfindlich wahrnehmen, nicht so viel davon aufzunehmen brauchen, damit sich ein körperliches Wohl- und ein Sättigungsgefühl einstellen.

Dieses Gefühl könne man zu trainieren versuchen, indem man kontinuierlich den Fettgehalt von Speisen reduziert, ohne dass der Esser damit eine Geschmackseinbusse verspürt; ähnlich, wie dies in verschiedenen Ländern mit dem Kochsalz gemacht würde. Ob die Konsumenten dies aber auch wirklich goutieren, sei noch nicht erforscht.