Mit schwerem Geschütz gegen Multiple Sklerose

Das Immunsystem neu starten, damit es die körpereigenen Nervenzellen nicht mehr weiter attackiert: Auch in der Schweiz wird diese radikale Behandlung mittlerweile angeboten. Mit Erfolg? «Puls» begleitete eine junge Mutter durch das kräftezehrende Prozedere, das MS stoppen soll.

Grosse Müdigkeit, Gefühlsstörungen, Gehschwierigkeiten bis hin zur kompletten Lähmung: das sind nur einige Symptome der Multiplen Sklerose. Eigentlich gibt es seit einigen Jahren für viele MS-Patienten gute (und teure) Medikamente, die das Fortschreiten der Krankheit stoppen oder verlangsamen. Doch bei einigen Betroffenen greifen selbst diese modernen Mittel nicht. Ihnen geht es trotzdem immer schlechter.

Angst vor dem Rollstuhl

So ging es auch Marie-Christine Leutwyler. Die 33-jährige Mutter einer kleinen Tochter hat seit acht Jahren MS. Ständig kamen neue Symptome hinzu. Vor einigen Monaten verschlechterte sich auch ihr Gang. Aus Angst vor einer Zukunft im Rollstuhl entschloss sie sich für eine Stammzellbehandlung am Universitätsspital Zürich. Diese wird dort im Rahmen einer Studie durchgeführt und seit gut einem Jahr auch von den Krankenkassen übernommen.

«Puls» berichtete 2017 über diese Therapie, die ähnlich auch bei Krebspatienten seit langem Standard ist. In der Schweiz war damals eine Behandlung nicht möglich. Zudem standen viele Neurologen der Therapie skeptisch gegenüber, weil es dazu nur kleinere Studien gibt. Betroffene Patienten reisten deshalb ins Ausland, um die Behandlung auf eigene Kosten durchzuführen. Auch jetzt noch ist das die einzige Option für MS-Betroffene, die die Kriterien der Zürcher Studie nicht erfüllen.

Heftige Nebenwirkungen inbegriffen

«Puls» begleitet Marie-Christine Leutwyler durch die Stationen der strapaziösen Stammzellbehandlung. Zudem besucht «Puls» auch zwei Patienten, die diese Therapie schon früher durchlaufen haben. Haben sich ihre Hoffnungen erfüllt?

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