Muttermilch aus der Frauenmilchbank

Muttermilch ist ein kaum zu ersetzendes Lebenselixier, auf das vor allem auch frühgeborene Babys angewiesen sind. Sechs Frauenmilchbanken sorgen in der Deutschschweiz dafür, dass alle Frühchen damit versorgt werden, wenn die Milch der eigenen Mutter nicht ausreicht.

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Muttermilch-Spende für Frühchen

5:12 min, aus Puls vom 25.4.2016

Die Zusammensetzung von Muttermilch zeigt, weshalb sie durch nichts ersetzt werden kann: Insgesamt 222 verschiedene Proteine, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine, Peptide, Hormone, Enzyme, antimikrobielle Faktoren wie Leukozyten etc. ergänzen sich und sorgen für eine fein abgestimmte optimale Ernährung des Babys. Daneben sieht die Fertigmilch, die sogenannte Formula, ausgesprochen mager aus: Sie enthält nur gerade 41 Spurenelemente, Fette, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe und Nukleotide.

Für ein Baby gibt es nachweislich nichts Besseres als die Milch der Mutter, die dafür sorgt, dass es mit allen für Wachstum, Entwicklung wie auch für die Bildung des Immunsystems notwendigen Faktoren versorgt wird.

Vor allem Frühchen sind auf die kostbare Milch angewiesen. Fehlt diese, weil zum Beispiel die Brustdrüsen der Mutter in den ersten Tagen nach der Geburt noch keine Milch produzieren, empfiehlt die WHO gespendete Frauenmilch als angepasste Alternative.

Frauenmilchbanken in der Schweiz

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Gespendete Muttermilch wird in Frauenmilchbanken gesammelt, nach strengen Richtlinien untersucht, aufbewahrt und bei Bedarf an zu früh geborene Kinder abgegeben. Die Spenderinnen sind selber stillende Mütter mit einem Überschuss an Milch, den sie der Frauenmilchbank zur Verfügung stellen.

Die Spenderin muss strenge Kriterien erfüllen: Rauchen, Drogen oder regelmässiger Alkoholkonsum sind ebenso tabu wie eine vegane Ernährung. Tattoos, Piercings und Permanent-Makeup innerhalb der letzten sechs Monate zählen ebenfalls zu den Ausschlusskriterien.

Selbstverständlich muss die Spenderin rundum gesund sein, ihre Milch und ihr Blut werden auf verschiedene Krankheiten und Erreger untersucht. Und schlussendlich wird die gespendete Muttermilch zum Schutz vor allfälligen noch unbekannten Erregern pasteurisiert.

Über tausend Liter gespendet

Alle Muttermilchbanken der Deutschschweiz sind an ein Spital angebunden. 2015 haben insgesamt 78 Frauen zusammen über 1000 Liter Milch gespendet, die 490 Frühgeborenen zu Gute gekommen sind. Denn die gespendete Muttermilch wird in der Regel nur an Frühchen abgegeben. Es versteht sich von selbst, dass die Spenderinnen kein Geld für ihre Milch erhalten.

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