Spitalhygiene: Der Kampf gegen die ansteckende Fahrlässigkeit

Geschätzte 600 Todesfälle pro Jahr wären vermeidbar, würden einfache Hygienemassnahmen an Spitälern konsequent umgesetzt. «Puls Spezial» berichtet darüber, wie der Kampf gegen die ansteckende Fahrlässigkeit geführt wird – und wieso er so schwierig ist.

Im Schweizer Gesudheitswesen kommt es laut einer Schätzung des Bundesamtes für Gesundheit BAG jedes Jahr zu rund 70'000 Infektionen. Daran sterben rund 2000 Menschen, wobei ein Drittel dieser Todesfälle mit einfachen Hygienemassnahmen vermeidbar wäre.

Obschon in Spitälern ein grosser Aufwand getrieben wird, um Material und Kleidung steril und sauber zu halten, kommt es im Alltag immer wieder zu Fehlern. Vor allem einfache Massnahmen wie eine konsequente Handhygiene werden nur ungenügend beachtet und angewendet.

Schon vor 170 Jahren erkannte Ignaz Semmelweis, dass die Ärzte in einem Wiener Geburtshaus durch das Auslassen des Händewaschens für den Tod vieler Frauen verantwortlich waren. Heute ist zwar schon lange bekannt, dass das Übertragen von Bakterien in Wunden und ins Körperinnere gefährlich ist. Doch die Hygieneverantwortlichen in Spitälern kämpfen nach wie vor dagegen an, dass die korrekte Handhygiene nur in 60 Prozent der Fälle richtig durchgeführt wird.

«Puls Spezial» besucht mit Hugo Sax, Leiter der Spitalhygiene am Universitätsspital Zürich, die Brennpunkte im Spitalbetrieb und zeigt, wie er gegen die unsichtbaren Erreger kämpft und mit welchen Tricks er das Hygienebewusstsein verbessern will. Zudem kommen in der Sendung auch Betroffene zu Wort, die die schmerzhaften und langwierigen Folgen einer Spitalinfektion erleiden mussten.

Hygiene im Wandel der Zeit

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