Aufstellpools für den Garten: Das gilt es zu beachten

Für viele fallen die Strandferien dieses Jahr ins Wasser. Da überlegt sich manche Familie, das Strandfeeling in den eigenen Garten zu holen. Mit einem grosszügigen Aufstellpool. Vor dem Kauf sollte man aber einiges bedenken.

Bildlegende: Keystone

Manche Pools brauchen eine Bewilligung

Einen Pool im Garten aufstellen – das geht nicht einfach so. In den meisten Kantonen braucht es dazu eine Bewilligung der Gemeinde. In der Regel, wenn der Pool über 1,5 Meter hoch und mehr als 10 Quadratmeter fasst.

Es lohnt sich also, vor dem Kauf eines grossen Planschbeckens bei der Gemeinde nachzufragen.

Woher kommt das Wasser für den Pool?

Idealerweise befüllt man den Pool mit dem Gartenschlauch. Ist keiner vorhanden, kann man das Wasser auch vom nächsten Hydranten beziehen. Dafür braucht es eine Bewilligung der Gemeinde und eine spezielle Ausrüstung, die zur Verfügung gestellt wird.

Dafür bezahlt man eine Gebühr – je nach Gemeinde ungefähr zwischen 20 und 50 Franken. Dazu kommen die Arbeitskosten für die Installation. Und natürlich die Kosten für das bezogene Wasser. Diese belaufen sich zwischen 1 und 2 Franken pro 1000 Liter.

Den Hydranten selber anzapfen ist übrigens keine gute Idee. Das ist Diebstahl und kann eine Anzeige zur Folge haben.

Berechnung der Wassermenge:

  • Rechteckige Pools:
    Länge (m) x Breite (m) x Füllhöhe (m) = Volumen in m3 / Volumen in m3 x 1000 = Wasserbedarf in Liter
  • Runder Pool:
    Radius (m) im Quadrat x ? (3,142) x Füllhöhe (m) = Volumen in m3 / Volumen m3 x 1000 = Wasserbedarf in Liter
  • Oder ganz einfach mit einem Online-Rechner, zum Beispiel: www.rechner.club

Pool auf der Terrasse: Heikles Unterfangen

Ein gefüllter Aufstellpool hat ein ordentliches Gewicht. Für ein Bassin mit 2 Metern Durchmesser braucht es zum Beispiel um die 4000 Liter Wasser. Somit stehen auf der Terrasse 4 Tonnen. Da sollte man vorher mit einem Statiker abklären, ob die Terrasse das Gewicht aushält.

Ausserdem sollte man bedenken, dass ein Pool auch kaputt gehen kann. Ein Wasserschaden – womöglich noch in einem Mehrfamilienhaus – kann sehr unangenehm und teuer werden. Ausserdem muss das Wasser nach der Badesaison entsorgt werden. Nicht ganz einfach von einer Terrasse aus.

Wasser richtig entsorgen

Damit der Badespass erhalten bleibt, muss das Poolwasser mit Chemikalien wie Chlor behandelt werden. Schlecht für die Umwelt. Für die Entsorgung nach der Badesaison gibt es daher zwei Möglichkeiten:

  1. Man lässt das Poolwasser mindestens zwei Wochen lang unbehandelt stehen, sodass die Chemikalien darin verdunsten können. Danach kann der Pool auf der Wiese langsam entleert werden. So versickert das Wasser und der Boden wirkt als Filter.
  2. Soll der Pool sofort entleert werden (mit Chemikalien drin), muss man dies über den Abwasserkanal tun. Aber aufgepasst: Nicht jeder Gullideckel führt in eine Abwasserleitung. Eben so gut kann er in den nächsten Bach leiten. Das sollte man vor der Entleerung abklären, damit die Umwelt keinen Schaden nimmt.

Der Poolbesitzer haftet

Poolbesitzer müssen alles unternehmen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Tun sie dies nicht, haften sie bei Unfällen im Zusammenhang mit dem Bassin. Es reicht übrigens nicht, ein Schild mit der Aufschrift «Baden verboten» oder «keine Haftung» aufzustellen. Es braucht weitere Massnahmen:

  • Lassen Sie Kinder nie unbeaufsichtigt
  • Wird der Pool nicht genutzt, entfernen Sie die Einstiegsleiter und decken sie das Bassin sicher ab.

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Maria Kressbach