Brandgefährliche Brandverletzungen

In der Schweiz werden pro Jahr 17'000 Unfälle mit Feuer verursacht. Bei Kindern sind es meist Verbrühungen, bei Erwachsenen Verbrennungen. Auch ältere Menschen können nicht schnell genug reagieren, wenn zum Beispiel der Adventskranz Feuer fängt, sagt Cordula Scherer, Oberärztin am Inselspital.

Weinendes Kind in den Armen der Mutter – Arzt drückt Salbe auf die Verbrennung am Arm des Kindes.
Bildlegende: Symbolbild. Colourbox.

Verbrüht sich ein Erwachsener oder ein Kind mit einer heissen Flüssigkeit (zum Beispiel Tee oder heisse Schoggi), empfiehlt Cordula Scherer die betroffene Körperstelle während zwei Minuten unter lauwarmes Wasser (20 °C) zu halten: «Gerade Kinder kühlen schnell aus, deshalb ist es wichtig, die betroffene Hautstelle wird nicht zu lange gekühlt. Ausserdem kann zu langes Kühlen die Haut schädigen.» Zwar nimmt das kühle Wasser den Schmerz, zugleich wird aber die Durchblutung beeinträchtigt.

Von Brandsalben rät die Expertin ab. «Ich empfehle, eine Wunde trocken zu halten.» Allenfalls empfiehlt es sich, die verbrannte Hautstelle mit einem grossen Pflaster abzudecken.

Vorsicht ist beim Öffnen von Brandblasen geboten. Hier nur mit absolut sterilen Hilfsmitteln arbeiten und die Wunde dann gut mit Desinfektionsmittel versorgen.

Noch besser ist aber, man verhütet Brandverletzungen. Älteren Leuten empfiehlt die Expertin auf Tannenbaumkerzen zu verzichten. «LED-Lichterketten erwärmen sich auch nicht und man muss nicht auf den Weihnachtsbaum verzichten.»

Deshalb gilt:

  • Kabel des Wasserkochers möglichst kurz halten.
  • Bei Kindern am Tisch besser auf eine Tischdecke verzichten.
  • Alte Haushaltgeräte wegen Brandgefahr auswechseln.
  • Der Tannenbaum wird jeden Tag trockener und brennt damit besser. Das gilt auch für den Adventskranz.
  • Statt richtigen Tannenbaumkerzen auf LED-Lichter umsteigen. LED-Lichterketten haben den Vorteil, dass sie sich nicht erwärmen.
  • Bei Verbrühungen: Verbrühte Stelle zwei Minuten unter lauwarmes Wasser halten. Anschliessend medizinisch versorgen lassen.

Redaktion: Regula Zehnder