Drucken mit dem 3D-Drucker – etwas für mich?

Abgebrochene Küchenschubladengriffe oder die Klappe fürs Batteriefach: Ersatz ist oft teuer oder gar nicht erhältlich. Abhilfe schafft ein Ersatzteil aus dem 3D-Drucker. Doch nicht nur das: 3D-Drucker können drucken, was das Herz begehrt, und mittlerweile finden auch Laien leicht den Einstieg.

Ein Warndreieck, ein Räderwerk, eine Fassung und ein Frauentorso in blauer Farbe.
Bildlegende: Ergebnisse aus dem 3D-Drucker Peter Komposch / Flickr

Folgende Zutaten sind nötig:

  • Ein 3D-Drucker
  • Filament, also das Material, mit dem der 3D-Drucker druckt
  • Eine Datei als das digitale Abbild des Objekts, meist mit der Datei-Endung «.stl»

3D-Drucker und Filament

3D-Druckermodelle bewegen sich zwischen sehr günstigen Modellen aus China (unter 100 Franken), Einstiegsmodellen (200-500 Franken) und Luxusmodellen (mehrere tausend Franken). Die günstigsten Modelle sind nicht unbedingt für Einsteigerinnen geeignet, da sie oft fortgeschritteneres Wissen benötigen, um Probleme zu beheben. Ein Einstiegsmodell ist beispielsweise der «Original Prusa Mini» von Prusa Research.

Als Filament empfiehlt sich zum Einstieg «PLA» (Polylactide), da es während des Druckens nicht unangenehm riecht und aus erneuerbaren Rohstoffen besteht. Fortgeschrittene können auch «ABS» (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer) verwenden, aus dem etwa Lego besteht, oder «PET» (Polyethylenterephthalat). Beide Materialien sondern beim Druck jedoch Dämpfe ab und sind schwieriger zu handhaben. Je nach 3D-Drucker sind auch weitere Filament-Arten möglich.


Wo finde ich digitale Abbilder?

Die Szene der 3D-Drucker-Enthusiasten ist gross und gut etabliert – und sie tauscht gerne digitale Abbilder aus. Anfängerinnen finden im Internet verschiedene Datenbanken, die fertige 3D-Modelle für den 3D-Drucker anbieten:

Doch den speziellen, aber kaputten Küchenschubladengriff gibt es in diesen Datenbanken kaum. In diesem Fall muss man den Griff selber digital nachbauen, und zwar mit einer 3D-Modellierungssoftware (CAD-Software). Solche Software ist oft sehr anspruchsvoll zu lernen. Wer ohne grossen Aufwand experimentieren möchte, findet in Windows 10 einen mitgelieferten «3D Builder».

Eine Auswahl weiterer gratis 3D-Modellierungsprogramme:

In manchen Fällen versteht der 3D-Drucker aufgrund eines Fehlers das aufbereitete digitale Abbild nicht. Dann kann «MeshMixer» helfen, die Fehler zu beheben.

Hilfe, ich weiss nicht mehr weiter!

In der Schweiz gibt es viele «Makerspaces» oder «Fablabs» – digitale Werkstätten, die gegen eine kleine Gebühr ihre Infrastruktur zur Verfügung stellen. Fast immer ist auch ein 3D-Drucker vorhanden und Leute, die einem bei Problemen weiterhelfen. Regelmässig bieten auch verschiedene Fablabs Einstiegskurse in das 3D-Drucken an. Fablabs gibt es in Zürich, Luzern, Basel und Bern, eine Karte zeigt auch Werkstätten abseits der städtischen Zentren.

Autor/in: Méline Sieber