Ferienangebote richtig lesen

Konsum

In Katalogen und im Internet die nächsten Sommerferien planen, weckt die Vorfreude. Allerdings wird da manchmal zünftig getrickst: Der türkisfarbene Pool ist in Wahrheit eine Dreckbrühe, das schöne Hotelzimmer eine Bruchbude. So können Sie solche Mogeleien entlarven.

Hotels am Strand.
Bildlegende: Bilder und Beschreibungen aus dem Ferienkatalog halten nicht immer, was Sie versprechen. Selber recherchieren lohnt sich. Keystone

Schönfärberei mit Bildern

Hotels möchten sich im Katalog oder im Internet von der besten Seite präsentieren. Professionellen Fotografen kennen sämtliche Tricks: Ein Weitwinkelobjektiv zum Beispiel lässt das Zimmer oder die Hotelanlage viel grösser erscheinen. Der Bildausschnitt kann so gewählt werden, dass neben dem Hotel nur dass Meer zu sehen ist, die Hotelbunker auf der anderen Seite jedoch nicht. Und die Farbe des Pool kann mit einem Bildbearbeitungsprogramm schön eingefärbt werden, während die Menschenmenge darin wegretuschiert wird.

Recherchieren Sie im Internet

Wie die Realität aussieht, kann man oft im Internet überprüfen. Mit Satellitenbildern auf Google oder Ferienfotos von anderen Urlaubern auf Flickr. Die Internetseiten dazu:

Lesen Sie zwischen den Zeilen

Auch bei der Beschreibung der Ferienangebote greifen die Anbieter in die Trickkiste und wählen geschickt Formulierungen, die mehr versprechen als in Wirklichkeit geboten wird. Hier ein kleines Glossar:

  • Heizbarer Swimmingpool: Wasser kalt, man könnte heizen, tut es aber nicht.
  • Zentral gelegen, für unternehmungslustige Leute: Lärm garantiert.
  • Einfach, aber zweckmässig eingerichtete Zimmer: Bett, Schrank, Lavabo.
  • Ideal für Ruhesuchende: Langweiliger Ort, ohne Mietwagen geht nichts.
  • Geheimtipp: Idealer Ort, um die ganze Nachbarschaft anzutreffen.
  • In unmittelbarer Nähe: Zwischen 50 Metern und 5 Kilometern ist alles möglich.
  • Zimmer zur Meerseite: Zimmer in Richtung Meer, Aussicht durch vorderen Hotelbau verstellt.
  • Zimmer mit seitlicher Meersicht: Giraffenhals und Balkonkletterkünste von Vorteil.
  • Belebter Strand: Morgens um vier Uhr aufstehen, um den Liegestuhl zu reservieren.

Um vor Ort nicht eine Enttäuschung zu erleben, sollte man zwischen den Zeilen lesen. Oder besser noch: Lesen Sie im Internet Bewertungen von anderen Hotelgästen. Bekannte Bewertungsportale sind:

Was ist erlaubt, was nicht?

Grundsätzlich sind Angebote im Ferienkatalog oder im Internet verbindlich. Bis zu einem gewissen Grad muss man aber solche Schönfärbereien akzeptieren. Zum Beispiel, wenn der Pool kleiner ist, als auf dem Bild der Eindruck entsteht. Schliesslich kann man den Pool trotzdem nutzen.

Wird aber ein Pool angeboten und vor Ort ist keiner zu finden, geht das zu weit. In einem solchen Fall heisst es, sich wehren. Wie das geht, finden Sie in diesem «Kassensturz»-Service-Artikel.

Übrigens: Müssen Sie sich entscheiden zwischen neuer Unterkunft oder Entschädigung, fahren Sie in der Regel mit einer Ersatzunterkunft besser. Denn die Höhe der Entschädigung ist in der Regel sehr gering.

Die Tricks der Katalog-Fotografen: Ein paar Beispiele

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Maria Kressbach