Gleitsichtbrille: Scharf sehen für Fortgeschrittene

Irgendwann ist es soweit: Kurzsichtige brauchen neben der Brille für die Ferne auch noch eine für die Nähe. Entweder wechselt man ständig zwischen zwei Brillen hin und her oder man entscheidet sich für übergangslose Gleitsichtgläser. 

Mann mit Brille.
Bildlegende: Scharf sehen in alle Distanzen. Colourbox

«Eine Gleitsichtbrille ist eine ideale Alltagsbrille», sagt Augenoptiker Jürg Bünzli, «sogar Kunden ohne Brille für die Ferne entscheiden sich für Gleitsicht, damit sie nicht immer die Lesebrille an- und ausziehen müssen.»

Vor- und Nachteile der Gleitsichtbrille

Die Vorteile liegen auf der Hand: eine gute Sicht in alle Distanzen – Nähe, mittlere Distanz, Ferne. Die Nachteile: Man muss sich daran gewöhnen. Jürg Bünzli spricht von einer Angewöhnungszeit von fünf Minuten bis fünf Monaten. Zudem sind die Sehbereiche relativ klein – die richtige Schärfe muss allenfalls mit Kopfbewegungen gesucht werden. Spezialschliffe sind nicht billig.

Ein Gleitsichtglas sei ein Gesamtkunstwerk, sagt Jürg Bünzli. Und sehr individuell. Um ein passendes Glas schleifen zu können, sei ein umfassendes Sehprofil der Kunden und Kundinnen wichtig. Man müsse abklären, wozu die Brille benötigt werde, welches Sehverhalten jemand habe, welche Anatomie die Augen hätten. Die Fehlerquelle bei Gleitsichtgläsern ist grösser als bei normalen Brillengläsern.

Gleichgewichtsprobleme können auftreten

Personen mit Schwindel, Unsicherheiten beim Gehen oder Höhenangst können unter Umständen Schwierigkeiten mit Gleitsichtbrillen haben, da das Sehen sehr eng mit dem Gleichgewichtssinn verknüpft ist.

Redaktion: Brigitte Wenger