Helfen Probiotika dem Darm?

In unserem Darm tummeln sich Billionen Bakterien, die Darmflora, das Mikrobiom. Je diverser die Darmflora, desto besser für die Arbeit des Darms. Probiotika können diese Arbeit untersützen. Es kommt aber auf die Art an.

Frau mit Milchprodukt
Bildlegende: Milchprodukte für den Darm? Von den guten Bakterien kommt kaum etwas an. Colourbox

«Wir unterscheiden drei Probiotika-Kategorien», sagt Michael Scharl, Forschungsleiter und Oberarzt an der Klinik für Gastroenterologie am Universitätsspital Zürich, «Medikamente, die bewiesenermassen Krankheiten beeinflussen können, probiotische Produkte aus Apotheken und Drogerien, die gezeigt haben, dass sie etwas bewirken können, und probiotische Joghurts, bei denen man nicht von einer Wirkung ausgeht.»

Was Sie über Probiotika wissen müssen:

  • Probiotisch angereicherte Lebensmittel wie Joghurts: Man geht nicht davon aus, dass die Bakterien im Darm – da, wo sie etwas bewirken sollten – ankommen. Deshalb geht man auch nicht davon aus, dass probiotische Joghurts eine positive Wirkung auf die Darmflora haben. Wer solche Joghurts mag, schadet sich jedoch auch nicht. Denn Probiotika haben keine Nebenwirkungen.
  • Probiotische Produkte aus Apotheken und Drogerien: Solche Produkte sind – im Gegensatz zu probiotischen Joghurts – nicht unerforscht. Sie haben bereits bewiesen, dass «etwas passiert», wie Michael Scharl sagt. Wem solche Produkte also gut tun, der kann sie gefahrlos nehmen. Es gibt Ärzte, die parallel zu Antibiotika probiotische Mittel empfehlen.
  • Gesunde Ernährung für den Darm: faserreich, viel frisches Gemüse und Obst. Wenig Fett und Fleisch. Eine ausgewogene und vielseitige Ernährung gemäss den üblichen Ernährungsempfehlungen unterstützt den Darm bei seiner Arbeit.

Moderation: Adrian Küpfer, Redaktion: Brigitte Wenger