Kann das Smartphone ein Internet-Modem ersetzen?

Mit der Hotspot-Funktion des Smartphones lässt sich die Internet-Verbindung mit anderen Geräten teilen. Das kann sich lohnen. Voraussetzung ist aber unter anderem guter 4G-Empfang.

Für die meisten ist der Weg ins Internet per Smartphone mit Hindernissen verbunden.
Bildlegende: Für die meisten ist der Weg ins Internet per Smartphone mit Hindernissen verbunden. Colourbox

In den USA und Kanada sollen bereits 20 Prozent der Leute zu Hause nicht mehr über ein herkömmliches Modem, sondern per Smartphone-Hotspot ins Internet gelangen. In der Türkei liegt diese Zahl laut einer Studie des Beratungsunternehmens Deloitte sogar bei 25 Prozent.

Wird das Internet-Abo überflüssig?

Für die Schweiz gibt es keine genauen Zahlen. Doch auch hierzulande scheint es vielen verlockend, dank dem Smartphone aufs Internet-Abonnement verzichten zu können. Dieser Weg ist allerdings mit Hindernissen verbunden.

  • Wer alleine lebt und sowieso vor allem mit dem Smartphone im Internet unterwegs ist, kann einigermassen leicht auf Modem und Internet-Abo verzichten. Per Hotspot kann die Internetverbindung vom Smartphone aus an andere Geräte wie Tablet oder PC weitergegeben werden. Voraussetzung ist allerdings guter 4G-Mobilfunkempfang, um zum Beispiel auch Videos in ansprechender Auflösung sehen zu können.
  • Soll mehr als nur eine Person vom Hotspot profitieren, ist eine zweite SIM-Karte nötig, die in ein spezielles Modem gesteckt wird. Anderenfalls kann man nur aufs Internet zugreifen, wenn die Person zuhause ist, die auf ihrem Smartphone den Hotspot teilt.
  • Wer allein auf sein Mobilfunkabonnement setzt, um ins Internet zu gelangen, braucht ein unlimitiertes Datenvolumen. Doch selbst dann können die Anbieter die Geschwindigkeit drosseln, wenn zu viele Daten verbraucht werden. Fast alle Anbieter (darunter auch Swisscom, Sunrise und Salt) haben in ihren Verträgen Bestimmungen, die ein «faires» Verhalten beim Datenverbrauch verlangen.
  • Während man die herkömmliche Internetverbindung per Festnetz für sich alleine hat, muss man das Signal der Mobilfunkantenne allen anderen Teilnehmerinnen im Umkreis der Antenne teilen. Greifen viele Leute auf einmal so aufs Internet zu, kann sich die Geschwindigkeit auch bei 4G stark verlangsamen und reicht so nicht mehr, um zum Beispiel ein Video in guter Qualität zu schauen.
  • Wer gerne am PC Games mit anderen online spielt, sollte nicht auf die klassische Internetverbindung verzichten. Die Latenz (Verzögerung) per Mobilfunk ist so gross, dass man zum Beispiel bei einem Shooter-Game keine Chance hätte.

Autor/in: Juerg Tschirren SRF Digital,, Moderation: Michael Brunner