Naturkosmetik: Ist grün drin, wenn grün draufsteht?

Naturkosmetik ist beliebt. Die Verkaufszahlen wachsen deutlicher als bei der klassischen Kosmetik. Für Hersteller ist es aus finanziellen Gründen interessant, auf die grüne Welle aufzuspringen. Da beschreibt man sich gerne natürlicher, als man wirklich ist.

Kosmetikflasche aus Glas - daneben liegen Aloe Vera-Blätter.
Bildlegende: Natur und natürlich sind keine geschützten Begriffe. Colourbox

Da sich der normalsterbliche Konsument im Creme-, Salben und Duschmitteldschungel kaum zurechtfinden kann, helfen Labels und Gütesiegel nach. Diese überprüfen die Produkte auf die für sie wichtigen Punkte und stellen dann Zertifikate aus.

Auch für die Naturkosmetik gibt es solche Labels. Hier die drei grössten:

  • «NaTrue»: ein europäisches Label, welches auch grosse schweizer Marken zertifiziert hat
  • «BDIH»: ein deutsches Label, welches auch in der Schweiz zu finden ist
  • «Ecocert»: ein Label aus Frankreich

Hat ein Produkt ein solches Label aufgedruckt, bedeutet dies, dass es die Regeln des Labels erfüllt. Hat ein Produkt kein solches Label aufgedruckt, heisst das jedoch nicht unbedingt, dass es nicht natürlich ist. Besonders kleinere Firmen lassen ihre Produkte nicht immer zertifizieren, da sie es sich nicht leisten können oder wollen.

Eine App für Smartphones kann helfen. «Codecheck» fotografiert die Barcodes eines Produktes und informiert dann darüber, ob die Inhaltsstoffe aus ökologischer Sicht zu empfehlen oder nicht zu empfehlen sind.

«Natur und natürlich sind keine geschützten Begriffe», sagt Bernard Cloëtta, Geschäftsführer des Schweizerischen Kosmetik- und Waschmittelverbands SKW. Was jedoch rechtlich geregelt ist, ist die Sicherheit der Kosmetikprodukte. Egal ob Naturkosmetik oder konventionelle Kosmetik, alle unterstehen den strengen Schweizer Gesetzen.

Redaktion: Brigitte Wenger