Richtig Vitamin D tanken im Sommer

Medizin

Sie wärmt uns und tut uns gut, gleichzeitig verbrennt sie uns die Haut. Dank der Sonne auf der Haut kann unser Körper das wichtige Vitamin D produzieren. Sonne auf der Haut – das sehen nicht alle Mediziner gleich gerne.

Fröhliche Leute in der Sonne.
Bildlegende: An die Sonne über Mittag? Gut für die Stimmung – für Dermatologen jedoch ein Graus. colourbox.com

Die tägliche Arbeit von Hautärzten ist von Hautschäden geprägt: Sonnenbrand, Hautalterung, Hautkrebs. Fragt man eine Hautärztin nach dem richtigen Vitamin D-Tanken, dann rät sie: Höchstens geschützt an die Sonne, denn auch durch die Sonnencreme oder am Schatten kommen genügend UV-Strahlen auf die Haut. Vitamin D kann man bei einem Mangel mit Tröpfchen oder Kapseln ergänzen.

Gemäss BAG reichen 5 bis 10 Minuten Mittagssonne

Andere Ärzte sind weniger strikt, sie halten sich an die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit BAG: fünf bis zehn Minuten über Mittag mit Gesicht und Armen ungeschützt an die Sonne sollte bei gesunden Menschen für einen vollen Vitamin D-Speicher reichen – siehe dazu das Faktenblatt des BAG im Attachment.

Von Ende Oktober bis Ende April ist die Sonne in der Schweiz zu schwach und wir können kein Vitamin D produzieren. Da das Hormon jedoch fettlöslich ist, sich also im Fett ansammeln kann, können wir dieses über eine gewisse Zeit speichern. Wie lange der Sommervorrat jedoch hält, ist auch umstritten.

Müdigkeit kann ein Indiz für Vitamin D-Mangel sein

Wer unter einem Vitamin D-Mangel leidet, spürt dies nicht unbedingt sofort. Müdigkeit und ein schwaches Immunsystem können Indikatoren sein. Im Wachstum führt ein Mangel zu schwachen Knochen und Zähnen. Im Alter kann er zu Osteoporose oder einem erhöhten Sturzrisiko führen.

Wer seinen Vitamin D-Spiegel messen lassen will, muss sein Blut bei einem Arzt untersuchen lassen, mit Nahrungsergänzung lässt sich ein tiefer Blutspiegel heben. Risikogruppen wie Kindern, Senioren, Schwangeren oder Übergewichtigen rät das BAG eine Supplementierung. Allerdings kann es sich für alle lohnen, das Thema mit einem Arzt zu besprechen.

Moderation: Adrian Küpfer, Redaktion: Brigitte Wenger