Schädlingsbekämpfung im Sommer

Ameisen, Wespen, Fruchtfliegen, Schmeissfliegen oder Mücken: Sie alle können uns die Sommerlaune gründlich verderben. Und dann hat man die Wahl: entweder gleich zum Gift greifen oder die altbewährten «Tipps der Grossmutter» zu befolgen.

Was hilft gegen das sommerliche Ungeziefer? Gabi Müller von der Beratungsstelle für Schädlingsbekämpfung der Stadt Zürich gibt Ratschläge.

Die wichtigsten Tipps:

Essig-/Fruchtfliegen: Im Handel werden Essig- bzw. Fruchtfliegenfallen zur Dezimierung der Fliegen angeboten. Sie bestehen aus einem geschlossenen Behälter mit einer für Essigfliegen attraktiven Flüssigkeit. Durch eine kleine Öffnung finden die Fliegen hinein, aber nicht mehr heraus. Sie können mit einer enghalsigen Flasche auch selbst eine Falle basteln. Lassen sie einen Zentimeter Wein, Bier, Most oder Essig mit einigen Tropfen Abwaschmittel, zur Senkung der Oberflächenspannung, in der Flasche stehen. Wenn die Essigfliegen nun auf der Flüssigkeit landen wollen, sinken sie ein und ertrinken. Je kleiner die Öffnung (Trichter aus Papier) desto weniger Fliegen finden wieder heraus.

Schmeissfliegen: Verwenden Sie keinen Insektenspray! Sie müssen die Ursache, den Abfallsack mit Fleischresten oder das tote Tier, entsorgen. Allenfalls vorhandene Maden und Puppen können Sie mit «Bäseli und Schüfeli» zusammen wischen. Sie können diese im Garten unter einem Busch entsorgen, ein gefundenes Fressen für Vögel, Eidechsen, Igel usw. Entsorgen sie Ihren Abfallsack so schnell wie möglich. Übersehene Maden oder Puppen entwickeln sich zu Schmeissfliegen, die bei fehlenden Fleischresten einfach davonfliegen.

Wespen: Starke Belästigungen in Innenräumen können Sie vermeiden, indem Sie keine offenen Lebensmittel oder Abfälle stehen lassen und Ihre Abfallbehälter verschlossen halten. Zur Verhinderung des Eindringens der Deutschen oder Gemeinen Wespe können Sie ein Fliegengitter (Maschenweite kleiner als 3 mm) am Fenster montieren. Helles Licht lockt Wespen und die bis spät nachts aktive Hornisse an. Brennt in Räumen die ganze Nacht das Licht, so ist auch hier ein Fliegengitter sinnvoll.

Ameisen: Da das Nahrungsangebot im Laufe der Zeit im Freien stark zunimmt, kann es sein, dass die Ameisen von selbst wieder verschwinden. Falls nicht, können Sie versuchen, sie mit Köderdosen (mit Insektizid versehene Nahrung) zu bekämpfen. Der beste Zeitpunkt zur Köderausbringung ist März bis April, wenn es draussen noch kalt ist, die Ameisen aber schon aktiv und hungrig sind. Haben die Ameisen einen Köder entdeckt, bildet sich bestenfalls eine Ameisenstrasse. Stören Sie diese auf keinen Fall, denn nur auf diese Weise kommt das vergiftete Futter zur Königin und zu den Larven. Jeder Köder ist nur so gut wie seine Akzeptanz. Stellen Sie die Dosen dort hin, wo Sie Ameisen gesehen haben. Falls die Ameisen nicht an die aufgestellte Köderdose gehen, müssen Sie es mit einem anderen Produkt versuchen. Da Ameisen sehr wählerisch sind, braucht es sehr viel Geduld bei der Vertreibung oder Bekämpfung.

Mit Insekten-Sprays können Sie Ameisen in den meisten Fällen nicht vertreiben, da Sie das Nest gar nicht erreichen in dem sich die Königin und der Nachwuchs befinden. Ausserdem atmen Sie bei der Anwendung in geschlossenen Räumen sehr viel von dem Wirkstoff ein und können damit sich selbst schaden. Also Hände weg von Insekten-Sprays. Wenn Sie die Ameisen nicht selbst mit Köderdosen wegbringen, ist der Beizug einer professionellen Schädlingsbekämpfungsfirma nötig.

(Quelle: Beratungsstelle für Schädlingsbekämpfung Stadt Zürich)

Moderation: Yvonne Dünser, Redaktion: Christine Schulthess