Selbstmanagement: Krankheitssymptome lesen können

Medizin

Menschen mit einer chronischen Krankheit müssen häufig zum Arzt. Das ist mühsam, aufwändig und auch teuer. Damit sie ein möglichst selbständiges und unabhängiges Leben führen können, werden sie im Erkennen und Einschätzen der Krankheitssymptomen geschult.

Patient spricht mit Ärztin.
Bildlegende: Dank Selbstmanagement wird der Patient zum Fachmann seiner Krankheit. colourbox.com

«Nach einer Nierentransplantation müssen Patienten auf vieles achten», Gabriela Schmid-Mohler, Pflegewissenschaftlerin am Universitätsspital Zürich, erklärt Selbstmanagement an einem Beispiel: «Blutdruck, Körpergewicht, Urinmenge – alles muss beobachtet und aufgeschrieben werden. Wenn der Patient innerhalb von wenigen Tagen bis zu zwei Kilogramm zunimmt, muss er sich beim Arzt melden. Sonst nicht.»

Zum richtigen Zeitpunkt

Es geht beim Selbstmanagement also nicht primär darum, weniger zum Arzt zu gehen, sondern zum richtigen Zeitpunkt. Ausserdem lernt der Patient, die Behandlung richtig umzusetzen. Aus der Therapie muss Routine werden.

Neben der medizinischen Kompetenz ist auch die emotionale sehr wichtig. Personen mit chronischen Krankheiten verlieren soziale Kontakte, weil sie nicht mehr so mobil sind, weniger aus dem Haus gehen oder sich anderswo nicht wohlfühlen. Damit müssen sie umgehen können, bzw. Alternativen finden.

Über Grenzen sprechen

Der Patient eignet sich dank dem Selbstmanagement viel Wissen an und übernimmt ein grosses Stück Verantwortung. Wichtig ist, dass der Patient mit den Fachleuten bespricht, was er übernehmen kann und will. Und er muss sich auch trauen zu sagen, wenn er an seine Grenzen stösst.

Redaktion: Brigitte Wenger