Skibindung öffnet nicht: Frauen häufiger verletzt

Über 50 000 Schneesportunfälle wurden in der letzten Wintersaison gezählt. Schwere Knieschäden, wie Kreuzbandrisse, zählen zu den häufigsten Verletzungen. Verletzungen, die bei Nicht-Öffnen der Bindung auftreten. Frauen sind besonders häufig davon betroffen.

Frau stürzt beim Skifahren.
Bildlegende: Frauenfeindliche Skibindung: Bei 90 Prozent der Frauen öffnen sich die Skibindungen bei einem Sturz nicht. Colourbox

«Nur 3 von 15 Frauen aber 11 von 15 der Herren waren in der Lage, ihre Skibindung zumindest einmal selbst auszulösen», sagt Markus Posch, Sportwissenschaftler der Universität Innsbruck. «Obwohl die Skibindungen gemäss ISO-Norm eingestellt waren.»

Das Kreuzband reisst schneller

Die Einstellung der Skibindung wird anhand von Körpergrösse, Sohlenlänge, Gewicht, Alter, Bindungstyp und Können auf den Skiern berechnet. Man geht davon aus, dass das Geschlecht keinen Einfluss darauf hat. Dies könnte sich nun ändern.

«Wir wissen, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede hinsichtlich hormoneller, anatomischer und neuromuskulärer Parameter gibt», erklärt Markus Posch. Sprich: bei Frauen reisst das vordere Kreuzband schneller.

Tipp für die Frau

  • Verlangen Sie im Sportgeschäft eine tiefe Auslösepräferenz. Das bedeutet, dass die Skibindung normgerecht eingestellt wird, aber im unteren Bereich des Spektrums. Die Skibindung öffnet sich also früher.

Redaktion: Brigitte Wenger, Sandra Büchi