Sorgenfrei verkaufen auf Ebay, Tutti und Co.

Dinge, die man nicht mehr braucht, muss man nicht wegwerfen. Man kann sie genauso gut auf einen der vielen Online-Marktplätze stellen und weiterverkaufen. Doch wie sichert man sich ab, damit nachher nicht Ärger mit unzufriedenen Kunden droht? Hier die wichtigsten Tipps.

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Welcher Marktplatz ist der richtige?

  • Viele Online-Börsen sind kostenlos, zum Beispiel Tutti oder Anibis. Das ist für das Portemonnaie des Verkäufers erst einmal verlockend. Allerdings haben Gratis-Inserate auch Nachteile: Die Plattformen übernehmen kaum Verantwortung/Haftung, wenn etwas schief läuft. Zudem werden die Verkäufer (und Käufer) nicht bewertet. Man weiss also nicht, mit wem man es zu tun hat.
  • Bei zahlungspflichtigen Plattformen wie Ebay und Ricardo ist das anders. Die Plattformen vermitteln bei Streitigkeiten. Kunden können schreiben, wie sie mit dem Verkäufer zufrieden waren. Der Nachteil hier: Der Verkäufer bezahlt, entweder für das Einstellen des Inserats oder eine Verkaufsprovision oder beides.

Wie beuge ich Ärger mit Käufern vor?

  • Liefern Sie Ihre Ware nur gegen Vorauszahlung.
  • Beschreiben Sie Ihr Produkt so genau wie möglich, erwähnen Sie alle wichtigen Details.
  • Erwähnen Sie vor allem allfällige Mängel, damit der Kunde nicht sagen kann, er habe von nichts gewusst.
  • Machen Sie möglichst gute Fotos vom Verkaufsobjekt und vor allem auch vom Makel. So weiss der Interessent, auf was er sich einlassen würde.

Muss ich die Ware zurücknehmen, wenn der Kunde unzufrieden ist?

  • Hat der Käufer einem Kauf zugestimmt, muss er die Ware so akzeptieren, wie sie ist. Er hat von den Mängeln ja gewusst.
  • Anders ist es, wenn der Verkäufer einen Mangel verschwiegen hat. Dann muss er die Ware zurücknehmen.
  • Tritt ein Mangel erst nach dem Kauf auf, hat der Käufer kein Recht auf Rückgabe.
  • Privat-Verkäufer können sich übrigens absichern, indem sie im Inserat erwähnen, dass jegliche Gewährleistung ausgeschlossen ist. Allerdings sollte man sich das gut überlegen: Gerade bei teuren Waren – zum Beispiel einem Occasionsauto – könnte das Misstrauen erwecken und vor einem Kauf abschrecken.

Was tun gegen ungerechtfertigte schlechte Bewertungen?

  • Als erstes öffentlich auf die Bewertung reagieren und die Sache klarstellen bzw. entschärfen. Diese Antwort auf die Bewertung ist für alle sichtbar. Es ist daher wichtig, dass man sachlich und anständig bleibt.
  • Dann mit dem/der Verfasser/in Kontakt aufnehmen. Versuchen Sie, das Missverständnis aus der Welt zu räumen und bitten Sie ihn/sie, die Bewertung zu löschen.
  • Bringt das nichts, kontaktieren sie die Plattform und bitten Sie um Löschung.
  • Für Käufer, die sehr viel auf Online-Marktplätzen verkaufen, kann ein negativer Eintrag sehr geschäftsschädigend sein. Sie müssen sich allenfalls den Weg zum Anwalt überlegen.

Vorsicht vor Betrügern

  • Nicht nur Käufer sind potenzielle Opfer, sondern auch Verkäufer. Ein Beispiel dazu finden Sie in diesem «Espresso»-Beitrag.
  • Seien Sie immer misstrauisch.
  • Bei Unsicherheiten kontaktieren Sie den Zahlungsservice (z.B. Paypal) und fragen Sie nach. Achten Sie darauf, dass sie die Mailadresse dazu auf der offiziellen Seite suchen und nicht einfach auf den Antwort-Link im Mail klicken. Dieser könnte zu den Betrügern umgeleitet werden.

Moderation: Michael Brunner, Redaktion: Maria Kressbach