Streitthema Sackgeld: Was ist angebracht?

Ein Thema, das in vielen Familien zu hitzigen Diskussionen führt: Die Eltern sind der Meinung, sie bezahlten genug Taschengeld. Die Kinder finden, sie würden an der kurzen Leine gehalten. So können Sie Kindern helfen, den Umgang mit Geld zu erlernen.

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Ab welchem Alter ist Taschengeld sinnvoll?

  • Laut Budgetberatung Schweiz ist das ab etwa 6 Jahren, sobald die Kinder einfache Rechnungsaufgaben lösen können.
  • Fürs Erste wird empfohlen, einen Franken pro Woche zu bezahlen. Das Sackgeld kann dann jährlich erhöht werden.

Empfehlungen zum Betrag:

  • 6 Jahre: 1 Franken pro Woche
  • Dann jährlich um 1 Franken pro Woche erhöhen
  • Im Alter von 10 bis 11 Jahren kann und soll das Kind mehr Verantwortung übernehmen. Für mehr Realitätsnähe daher auf eine monatliche Auszahlung (25 – 30 Franken pro Monat) umstellen.
  • Der Bezug zur Realität kann zudem gefördert werden, indem die Eltern das Taschengeld nicht bar ausbezahlen, sondern auf ein Bankkonto überweisen.
  • Wichtig: Die Kinder sollen frei über ihr Sackgeld verfügen können. Es sollte auch nicht an Arbeiten im Haushalt geknüpft sein.
  • Mit etwa zehn Jahren können sich Eltern überlegen, ein erweitertes Sackgeld zu bezahlen. Das Kind bekommt hier mehr Geld, muss aber dafür zum Beispiel Kleider selbst bezahlen.
  • Weitere Details finden Sie in den Taschengeld-Richtlinien der Budgetberatung Schweiz (Link siehe unten).

Variante für Kinder ab zwölf Jahren: Der Jugendlohn

  • Unterschied zum Sackgeld: Das Sackgeld kann das Kind für sein Vergnügen ausgeben. Beim Jugendlohn bekommt der Jugendliche mehr Geld, muss damit aber nicht nur sein Vergnügen finanzieren, sondern auch einen Teil des Lebensunterhalts (Kleider, Handyabo, Coiffeur etc.).
  • Wichtig ist, dass genau definiert wird, welche Kosten mit dem Jugendlohn gedeckt werden sollen und welche Beiträge weiterhin von den Eltern finanziert werden.
  • Eine Aufstellung dazu finden Sie im Link unten (Jugendlohn – Berechnungstabelle).
  • Vorteil: Die Jugendlichen erhalten mehr Kompetenzen und Verantwortung für ihr eigenes Leben. Sie sind so im Stande, Prioritäten zu setzen und Anschaffungen gut zu überdenken.

Klare Regeln für beide Parteien festhalten

  • Egal ob Sackgeld oder Jugendlohn: Eltern und Kinder sollten miteinander klare Regeln vereinbaren und diesen in einem Vertrag festhalten (Musterverträge siehe Links unten).
  • Nicht nur die Kinder müssen sich an Regeln halten, sondern auch die Erwachsenen. So ist zum Beispiel wichtig, dass der Lohn regelmässig und pünktlich ausbezahlt wird.
  • Im Vertrag sollte auch stehen, dass die Eltern keine Nachzahlung leisten, wenn dem Kind das Geld ausgegangen ist. Misserfolge gehören dazu. Wichtig ist, dass man darüber spricht.

Moderation: Michael Brunner, Redaktion: Maria Kressbach