Tipps, wie Sie im Konsum-Alltag clever verhandeln

Was auf einem Preisschild steht, ist nicht immer in Stein gemeisselt. Spielraum zum Verhandeln gibt es immer wieder, vom Autokauf bis zum Handyvertrag. Mit Humor und Anstand komme man oft zum Ziel, sagt Michel Rudin, Geschäftsführer des Konsumentenforums.

Ein Mann und eine Frau stehen bei einem Auto.
Bildlegende: Verhandeln kann sich lohnen, nicht nur beim Autokauf. Colourbox

Klar, beim Bezahlen an der Kasse beim Grossverteiler wird nicht gefeilscht. Ansonsten gibt es aber keine klaren Regeln, wo Verhandeln angebracht ist und wo nicht. Einfach mal fragen, das ist die Devise, um beim Einkaufen einen besseren Preis zu bekommen.

Man soll sich auf den gesunden Menschenverstand verlassen, empfiehlt Michel Rudin. Es komme auf die Situation an. Er selber würde beim Metzger nicht verhandeln, es sei denn, die Bestellung ist aussergewöhnlich gross.

«Was ist mir das wert?», ist für Michel Rudin die wichtigste Frage beim Feilschen. Ein Beispiel:

  • Ein Produkt ist einem 900 Franken wert.
  • Taktik: Zuerst nach weniger fragen, zum Beispiel 700 Franken.
  • Kühlen Kopf bewahren: Geht der Händler von 1500 auf 1000 Franken herunter, klingt das nach viel, ist aber immer noch 100 Franken zu teuer.

Bekannte Bereiche zum Verhandeln sind etwa der Autokauf oder Haushaltsprodukte, wo oft bei Barzahlung Rabatt gegeben wird. Weniger bekannt ist hingegen, dass auch die Preise bei Telefon-, Handy- und Internet-Verträgen nicht immer so fix sind. Hat man beispielsweise ein besseres Angebot von einem Konkurrenten auf dem Tisch, kann es sich lohnen, dieses dem eigenen Anbieter zu zeigen und nach einem Entgegenkommen zu fragen.

Gefragt ist beim Verhandeln auch Kreativität. Michel Rudins konkrete Tipps:

  • Fragen Sie zum Beispiel zunächst: Können Sie mir einen Rabatt geben?
  • Ist die Antwort Nein, fragen Sie nach: Dann können Sie mir vielleicht ein Stück gratis dazu geben?
  • Seien Sie charmant und erklären Sie, warum Sie das gerade heute so gut gebrauchen könnten.
  • Ein «Grund» kann immer auch in der Situation liegen: Kurz vor Ladenschluss stehen die Chancen besser, Esswaren günstiger zu erhalten, die am nächsten Tag schlecht werden.
  • Hat man triftige Gründe, einen Rabatt zu fordern, darf man nach dem Vorgesetzten fragen.

Verhandeln kann spielerisch sein, ausprobieren lohnt sich.

Moderation: Stefan Siegenthaler, Redaktion: Felicie Notter