Vom richtigen Umgang mit Nähe und Distanz

Es geschieht im vollgestopften Bus, in der Warteschlange vor der Ladenkasse oder manchmal auch ganz einfach im Gespräch von Angesicht zu Angesicht: Jemand kommt uns zu nahe, körperlich zu nahe, legt uns vielleicht die Hand auf die Schulter, und es ist einem unwohl.

Wie reagieren, wenn die Distanz nicht gewahrt wird?
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Oft traut man sich dann nicht, etwas zu sagen oder demonstrativ auf Abstand zu gehen. Was tun? Tipps von der DRS-Ratgeberpsychologin Bettina Ugolini.

Nähe bedeutet Verbundenheit, Geborgenheit und Zugehörigkeit und ist ein Ausdruck von Zuneigung. Distanz hingegen hilft dabei, sachlich zu bleiben und Privaträume und Grenzen zu respektieren bzw. einzufordern. Welche Nähe angemessen ist, entscheidet sich nach dem jeweiligen Beziehungsstatus. Verliebte haben ein anderes Distanzempfinden als z.B. der Chef und seine Mitarbeiter.

Wunsch nach Abstand signalisieren

Verletzt man den Abstand durch Bewegungen oder Körperhaltung, reagiert das Gegenüber oft mit einer Abwehrreaktion, beispielsweise durch Zurückweichen, durch aggressive Gestik oder dem demonstrativen Verschränken der Arme.

Tipps:

  • Die Bedürfnisse von uns Menschen in Bezug auf Nähe und Distanz sind unterschiedlich und dürfen dies auch sein.
  • Wenn uns jemand zu nahe kommt, dann dürfen wir das ansprechen und kundtun.
  • Jeder von uns ist aber gleichermassen dazu aufgerufen, die gewünschte Distanz des anderen nicht zu überschreiten.

Moderation: Joschi Kühne, Redaktion: Christine Schulthess