Wenn Angehörige spielsüchtig sind

Medizin

«Liebe Schwester, warst du nicht schon letztes Wochenende im Casino?», «Schatz, warum spielst du ständig online?» Wie sollen wir reagieren, wenn wir in unserem Umfeld eine Spielsucht vermuten?

Blick auf einen Roulettetisch im Casino
Bildlegende: Bei spielsüchtigen Angehörigen soll man nicht wegschauen Keystone / Gaetan Bally

Der Spielsuchtexperte und Psychologe Franz Eidenbenz rät:

  • Eine mögliche Sucht erkennt man daran, dass jemand immer wieder Geldprobleme hat, sich immer mehr zurückzieht oder zeitweise abwesend scheint. Das sind blosse Anzeichen, die allerdings auch auf andere Probleme hindeuten können.
  • Hat man einen Verdacht, die Person darauf ansprechen; eher fragend als konfrontierend. Auch bei negativer Reaktion dranbleiben und das Gespräch suchen. Je näher man einer Person steht, desto eher besteht die Chance, dass Überzeugungsarbeit hilft; zum Beispiel der Vorschlag, Hilfe von aussen zu holen.
  • Sich selber schützen, indem man einem Spielsüchtigen Grenzen setzt und ihm beispielsweise nicht mit Geld aushilft.

Moderation: Adi Küpfer, Redaktion: Jürg Oehninger