Wild Campieren in der Schweiz: Darauf müssen Sie achten

Wild Campieren ist in der Schweiz nicht grundsätzlich verboten. Allerdings gilt es, Rücksicht auf Flora und Fauna zu nehmen und sich vorher gut zu informieren.

Kleines Zelt im Gras vor See
Bildlegende: Lauschige Plätzchen locken - erlaubt ist's aber nicht immer! COLOURBOX

Grundsätzlich ist wild Campieren in der Schweiz nicht verboten. Es gibt jedoch Ausnahmen auf kantonaler oder Gemeindeebene. Informieren Sie sich auf den entsprechenden Websites über die Bestimmungen. Sie können auch beim kantonalen Amt für Jagd, beim zuständigen Wildhüter, der Gemeindeverwaltung, dem örtlichen Verkehrs- oder Tourismusbüro oder bei einem Hüttenwart in der Nähe nachfragen. Im Schweizerischen Nationalpark und in den meisten Naturschutzgebieten herrscht ein generelles Verbot.

Rücksicht nehmen auf Wildtiere

Beim Übernachten ausserhalb von Campingplätzen, sei es unter freiem Himmel oder im Zelt, gilt es Rücksicht zu nehmen. Das Credo des Schweizer Alpen Clubs lautet gemäss Geschäftsleiter Jerun Vils: Lass nichts zurück als deine Fussspuren, nimm nichts mit als deine Eindrücke!

Unproblematisch sind in der Regel einzelne Übernachtungen einer kleinen Anzahl Personen in den Bergen oberhalb der Waldgrenze. Um die Tiere nicht zu stören, sollte man auf grössere Aktivitäten und Lärm verzichten, besonders in den Dämmerungsstunden. Auen, Moore und Feuchtgebiete, Sandbänke und Kiesinseln sind ungeeignete Standorte, weil dort oft seltene Pflanzen und Tiere leben.

In der Nähe von Alp- oder Berghütten bittet man den Bauern oder das Hüttenteam um Erlaubnis. Ist man mit einer grösseren Gruppe unterwegs oder möchte mehrere Nächte bleiben, ist unbedingt die Erlaubnis des Grundbesitzers einzuholen.

Wild Campieren birgt auch Gefahren

Nicht vergessen, dass beim wilden Campieren auch Naturgefahren drohen! Der Standort muss sicher sein vor Blitz, Steinschlag, Hochwasser, Lawinen oder Mutterkuhherden.

Weitere Tipps:

  • Informations- und Verbotstafeln (z.B. Feuerverbot) vor Ort beachten
  • Bestehende Feuerstellen benutzen, Feuerschäden vermeiden
  • Den Liegeplatz der Natur anpassen – nicht umgekehrt
  • Bei mehrtägiger Rast das Zelt tagsüber abbauen
  • Hund nachts und während der Dämmerung anbinden
  • Exkremente vergraben, mitnehmen oder verbrennen (Ausnahme: Waldbrandgefahr)
  • Abfall wieder mitnehmen
  • Esswaren und Getränke nicht offen herumliegen lassen
  • Gewässer nicht verschmutzen, weder durch Seife und Spülmittel noch durch Exkremente (50 Meter Abstand zu Gewässern halten!)
  • Wetterprognosen konsultieren (Naturgefahren)

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Doris Rothen