Die Schweiz gerät in eine Rezession

Nachdem der Bund lange an einer vergleichsweise optimistischen Prognose festgehalten hat, sagt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,8 Prozent für nächstes Jahr voraus.

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Was bringen Parallelimporte?

Die slowakische Autoindustriein der Krise.

Beiträge

  • Bund rechnet nun doch mit Rezession

    Die Schweizer Wirtschaft gleitet 2009 wegen der Finanzkrise in eine Rezession ab. Nach der Schweizerischen Nationalbank hat nun auch der Bund seine Prognosen nach unten korrigiert.

    Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) erwartet einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,8 Prozent. In seiner letzten Prognose im September hatte es noch mit einem Wachstum von 1,3 Prozent gerechnet.

    Als Folge der Rezession müsse die Schweiz in den kommenden zwei Jahren auch mit deutlich mehr Arbeitslosen rechnen.

    Um die Wirtschaft zu stützen, will Bundesrätin Doris Leuthard nun ein schon im Sommer in Aussicht gestelltes zweites Konjunkturpaket von rund 650 Millionen Franken schnüren. Es soll ab Mitte 2009 wirksam werden.

    Barbara Widmer und Dagmar Zumstein

  • Nationalrat will Kaufkraft bewahren

    Das Parlament hat der Hochpreisinsel Schweiz den Kampf angesagt. Händler in der Schweiz sollen patentgeschützte Waren aus der EU künftig an den offiziellen Importeuren vorbei bei billigeren Anbietern beziehen können.

    Nach langem Hin und Her will nun auch der Nationalrat Parallelimporte aus der EU zulassen. Ausgenommen sind Medikamente. Am Montag schloss er sich mit 96 zu 87 Stimmen dem Ständerat an.

    Die Parallelimporte von patentgeschützten Gütern beschäftigt die beiden Räte seit geraumer Zeit. Der Nationalrat hatte sich zunächst wie der Bundesrat grundsätzlich gegen Einfuhren am offiziellen Vertriebskanal vorbei ausgesprochen.

    Rainer Borer und Nathalie Christen

  • Entlastung für Steuerzahler

    Der Nationalrat will, dass der Bund die kalte Progression ab 2010 jedes Jahr automatisch ausgleicht. Das soll Steuererleichterungen im Umfang von 600 Millionen Franken bringen.

    Die grosse Kammer sprach sich damit für einen rascheren Ausgleich aus als zuvor der Ständerat. Bisher glich der Bund kalte Progression erst aus, wenn die Teuerung sieben Prozent erreicht.

    Von Kalter Progression spricht man, wenn jemand allein wegen des Teuerungsausgleichs mehr verdient und deshalb mehr Steuern bezahlen muss.

    Ob die neue Massnahme die Wirtschaft tatsächlich ankurbeln kann, war im Rat allerdings heftig umstritten.

    Philipp Burkhardt

  • Das Detroit des Ostens

    Die Slowakei erlebt seit einigen Jahren einen beispiellosen Aufschwung dank der Autoindustrie. Die Krise in der Branche wird zusehends auch eine Krise für das Land.

    In Zilina zum Beispiel hat sich der südkoreanische Hersteller Kia niedergelassen und mit ihm viele Zulieferbetriebe. Die Stadt im Nordwesten des Landes wird auch «Detroit des Ostens» genannt.

    Eine Reportage von Osteuropa-Korrespondent Marc Lehmann

Moderation: Ivana Pribakovic