Finanzspritze für britische Banken

Die britische Regierung hat ein Massnahmenpaket in Milliardenhöhe für das angeschlagene Finanzsystem angekündigt. So beabsichtigt sie, den 8 grössten Banken des Landes unter die Arme zu greifen.

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Die Börse in Tokio hat am Mittwoch den schlimmsten Crash seit mehr als zwei Jahrzehnten erlebt.

Barack Obama hat sich auch bei der zweiten TV-Debatte gegen John McCain durchgesetzt.

Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer hat SPÖ-Parteichef Werner Faymann mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt.

Beiträge

  • Milliardenhilfe auch für britische Banken

    Die britische Regierung hat einen milliardenschweren Notfallplan für das angeschlagene Finanzsystem angekündigt. Sie will die acht grössten britischen Banken mit bis zu 50 Milliarden Pfund (rund 100 Milliarden Franken) stützen.

    Zudem soll über die Bank of England weiteres Geld in Umlauf gebracht werden. Nach Angaben der Regierungen sollen rund 200 Milliarden Pfund an kurzfristigen Krediten in den ausgetrockneten Markt gepumpt werden. Dieser Schritt soll die Liquidität der Banken sichern.

    «Das System wieder in Gang bringen»

    Finanzminister Alistair Darling sagte, mit diesen Schritten solle das britische Finanzsystem stabilisiert werden. «Diese Massnahmen sind absolut notwendig, um das System wieder in Gang zu bringen.» Einzelheiten des Rettungspakets will der Finanzminister im Laufe des Tages im Parlament vorstellen.

  • Panikverkäufe an Tokios Börse

    Die Angst vor den Folgen der Finanzkrise hat die Aktienkurse auch in Japan auf eine rasante Talfahrt geschickt. Der Nikkei - Japans Leitindex - fiel um mehr als neun Prozent auf den tiefsten Stand seit mehr als fünf Jahren.

    Am Ende ging das Börsenbarometer für 225 führende Werte mit einem dramatischen Verlust von mehr als 950 Punkten beim Stand von 9203 Punkten aus dem Markt. Das ist der bisher drittgrösste Tagesverlust überhaupt.

    Exportwirtschaft leidet

    Verschlimmert wurde die Lage noch durch die Entwicklung am Devisenmarkt, wo der Dollar erstmals seit April unter die Marke von 100 Yen absackte. Für Japans Unternehmen bedeutet der rasant steigende Kurs des Yen einen Doppelschlag: Nicht nur bricht die Nachfrage weg, durch den Yen werden auch ihre Produkte immer teurer. Besonders hart trifft es zurzeit etwa Japans führenden Autobauer Toyota.

    Dagmar Zumstein

  • Sollen die Börsen vorübergehend geschlossen werden?

    Die Börsen sind erneut weltweit auf Talfahrt, vielerorts herrscht Panik. Die Frage an Eveline Kobler aus der DRS-Wirtschaftsredaktion: Wenn rund um den Globus die Kurse purzeln, warum schliesst man nicht einfach die Börsen?

  • Obama überzeugt beim zweiten TV-Duell

    Der Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten, Barack Obama, hat im zweiten TV-Duell mit seinem republikanischen Herausforderer John McCain anscheinend etwas besser abgeschnitten.

    In einer Blitzumfrage des Fernsehsenders CNN sahen 54 Prozent der Zuschauer Obama vorn. Auch die meisten TV-Kommentatoren bezeichneten Obama als den Gewinner der Debatte. Nur etwa ein Drittel der Zuschauer meinte, der Republikaner McCain sei der Sieger des Duells gewesen.

    Die TV-Debatte, bei der die Kandidaten Fragen aus dem Publikum und via Internet beantworteten, war von den Republikanern als wichtige Chance McCains angesehen worden, den Trend zu seinen Gunsten umzukehren.

    Max Akermann

  • Unctad-Chef fordert stärkeres Einmischen der Staaten

    Die Uno-Organisation für Handel und Entwicklung, Unctad, hat sich angesichts der anhaltenden Finanzkrise für massive Interventionen der Staaten ausgesprochen. Unctad-Chef Heiner Flassbeck befürwortet etwa eine massive Senkung der Zinsen.

    Zudem müssten Länder mit den grössten Überschüssem die öffentlichen Investitionen erhöhen und so die Nachfrage erhöhen. Markus Mugglin sprach mit Heiner Flassbeck in Genf.

  • SPÖ-Chef soll neue Regierung bilden

    Zehn Tage nach der Parlamentswahl hat Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer erwartungsgemäss den Chef der Sozialdemokraten, Werner Faymann, mit der Regierungsbildung beauftragt.

    Fischer sagte, er wünsche sich eine entscheidungsstarke Regierung. Auf eine bestimmte Koalition legte er sich nicht fest. Fischer deutete aber eine Sympathie für eine neuerliche Zusammenarbeit von Sozialdemokraten (SPÖ) und Österreichischer Volkspartei (ÖVP) an. Die SPÖ hatte bei der Parlamentswahl am 28. September knapp 30 Prozent der Stimmen erhalten.

    Die Österreichische Volkspartei (ÖVP) kam auf knapp 26 Prozent. SPÖ-Chef Faymann erklärte, er wolle Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP aufnehmen. Eine Koalition mit den rechten Parteien - Jörg Haiders Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) und die Freiheitlichen (FPÖ), die zusammen fast 30 Prozent der Stimmen erhielten - hat Faymann abgelehnt.

    Joe Schelbert

Moderation: Ivana Pribakovic, Redaktion: Sabine Manz