Bekenntnisse eines Zuhälters

  • Sonntag, 11. Januar 2015, 21:40 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Sonntag, 11. Januar 2015, 21:40 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Montag, 12. Januar 2015, 4:05 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 15. Januar 2015, 8:30 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 15. Januar 2015, 9:30 Uhr, SRF info
    • Freitag, 16. Januar 2015, 15:15 Uhr, SRF 1

Das Zürcher Sihlquai war schon lange ein trauriger Ort. Eine Handvoll Drogen-Prostituierte gingen dort auf den Strich, um sich den nächsten Schuss zu finanzieren. Dann kam die Personenfreizügigkeit für Osteuropa – schnell war der Zürcher Strassenstrich ganz in der Hand ungarischer Roma.

Es herrschten unzumutbare Zustände. Dutzende von Frauen schafften dort täglich an – beaufsichtigt von rücksichtslosen Zuhältern. Doch die Behörden taten sich schwer, der Lage Herr zu werden. Aufwendige Ermittlungen führten schliesslich zum Erfolg. Der Justiz ging 2008 ein dicker Fisch ins Netz: Ein Zuhälter, dessen Brutalität selbst Milieukenner schockierte. Auf der Strasse war er bekannt unter dem Namen «Samurai». Es kam zu einem der spektakulärsten Prozesse der jüngeren Justizgeschichte. Das Urteil war drakonisch: 14 Jahre Gefängnis und anschliessende Verwahrung. Das heisst: «Samurai», heute 46, wird aller Voraussicht nach nie mehr auf freien Fuss kommen. Die Behörden erhofften sich eine abschreckende Wirkung.

Reporter Simon Christen hat «Samurai», der eigentlich Sandor Szücs heisst, in der Justizvollzugsanstalt Pöschwies interviewt. Er wollte wissen, wie Szücs zu dem geworden ist, der er heute ist – und: Ob er glaubt, dass das Urteil gegen ihn tatsächlich eine abschreckende Wirkung hatte. «Das ist lachhaft», antwortete Szücs. Menschenhandel und Zwangsprostitution – dieses Problem ist tatsächlich weiter ungelöst.

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