Bortoluzzi hobelt

  • Sonntag, 5. Juli 2015, 21:40 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Sonntag, 5. Juli 2015, 21:40 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Montag, 6. Juli 2015, 4:00 Uhr, SRF 1
    • Dienstag, 7. Juli 2015, 8:50 Uhr, SRF info
    • Dienstag, 7. Juli 2015, 9:50 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 9. Juli 2015, 11:50 Uhr, SRF 1

Toni Bortoluzzis Motto lautet: «Nöd höbele, hoble!» Nein, er war nie ein Mann der leisen Töne, sondern einer, der gerne mit dem Zweihänder politisierte. Ende Jahr ist jedoch Schluss damit. Nach 24 Jahren im Nationalrat tritt er von der nationalen Politbühne ab – und hobelt noch ein letztes Mal.

Toni Bortoluzzi ist nachtragend. Das sei vermutlich seine grösste Schwäche, sagt er von sich selber. Wer ihn verletze, der könne sich zwar bei ihm entschuldigen, für ihn sei die Sache damit aber keineswegs erledigt.

Insgesamt ist es indes kein Abschied im Ärger, sondern vielmehr in Dankbarkeit. Bortoluzzi, der aus einfachsten Verhältnissen stammt, hatte als Jugendlicher nämlich drei Dinge, die er erreichen wollte: einen dicken Ami-Schlitten, eine goldene Uhr und eine Ferienwohnung. All das hat er erreicht – unter anderem dank der Politik. Für den gelernten Schreiner ging es nicht nur materiell aufwärts, er wurde auch zu einem der einflussreichsten Strippenzieher im eidgenössischen Parlament – zumindest in der Gesundheits- und der Sozialpolitik.

Reporter Simon Christen sprach mit Toni Bortoluzzi über seine Politisierung in den 1970er Jahren. Über den Aufstieg der SVP, den er im engsten Machtzirkel um Christoph Blocher hautnah miterlebte. Und über die Verletzungen, die er nicht erlitten, sondern höchstwahrscheinlich verursacht hat: zum Beispiel bei IV-Bezügern, die er unter den Generalverdacht der «Scheininvalidität» stellte.

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