Die Feministin vom Bundeshaus

«Mehr Frauen, jetzt!» So lautet die Forderung von Nationalrätin Maya Graf. Und das nicht nur für die anstehenden Bundesratswahlen. Das Bundeshaus ist ein Männerladen – noch. Maya Graf und ihre Mitstreiterinnen wollen das nachhaltig ändern.

«Ich bin schon als Feministin zur Welt gekommen.» Maya Graf, Grünen-Politikerin und Co-Präsidentin der Frauenorganisation Alliance F, stellt damit klar: Die Gleichstellung ist für sie nicht nur politischer Auftrag, nein, da steckt schon sehr viel Herz drin. Das braucht es auch, das Herz, neben der elastischen Standhaftigkeit eines Steh-auf-Figürchens. Wieder. Nochmals. Und erneut. Willkommen in der Frauenpolitik!

Bislang hatte die Schweiz 110 Bundesräte und 7 Bundesrätinnen. Im aktuellen Ständerat sind 39 Männer und 7 Frauen vertreten. Der Frauenanteil im Nationalrat beträgt 30 Prozent. Wo, bitte, sind die Frauen? Reporterin Vanessa Nikisch heftet sich an Maya Grafs Fersen. Die Frontfrau der Bundeshaus-Feministinnen ist flink und quirlig unterwegs, weibelt und lobbyiert – mal hinter den Kulissen, mal mit medienwirksamen Aktionen. Zwei Schritte vor, einer zurück, das erklärte Ziel, nämlich die Gleichstellung, rückt trotz Eiltempo nur langsam näher.

Verdruss? Im Gegenteil! Die Frauenlobby erhöht den Druck und nimmt neu die diesjährigen Kandidatinnen und den Kandidaten für den Bundesrat ins Kreuzverhör. Mit Fragen zur Lohngleichheit und Frauenquote. «Die Politik macht die Spielregeln der Gesellschaft. Deshalb braucht es mehr Frauen in Entscheidungsgremien.» Die Nationalrätin wird auch nach diesen Wahlen weiterkämpfen. Für die Gleichberechtigung der Geschlechter auf allen Ebenen. Das, allerdings, kann dauern.