Jean-Claude Bastos und das Wunder von Angola

  • Sonntag, 17. Dezember 2017, 21:40 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Sonntag, 17. Dezember 2017, 21:40 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Montag, 18. Dezember 2017, 5:40 Uhr, SRF 1
    • Montag, 18. Dezember 2017, 15:25 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 21. Dezember 2017, 8:30 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 21. Dezember 2017, 9:30 Uhr, SRF info

Vor der Publikation der sogenannten «Paradise Papers» kannte ihn kaum einer, plötzlich war er in aller Munde: Der Schweiz-Angolaner Jean-Claude Bastos, der den milliardenschweren Staatsfonds Angolas verwaltet. «Reporter» hat ihn in Luanda besucht.

«Ich bin immer noch perplex», sagt Jean-Claude Bastos – und meint damit die Tatsache, dass er quasi über Nacht national bekannt wurde durch die sogenannten «Paradise Papers». Dabei handelt es sich um ein Konvolut von ursprünglich vertraulichen Unterlagen, die den Medien zugespielt wurden. Sie zeigen anhand von tausenden von Fällen, wie Reiche und Superreiche weltweit Steuervermeidung und Steuerhinterziehung betreiben. In den geleakten Unterlagen finden sich Datensätze zu mehr als 120 Staats- und Regierungschefs und Politikern aus 47 Ländern, darunter die britische Königin Elisabeth II. – und der bis dahin weitgehend unbekannte Jean-Claude Bastos.

Bastos wurde 1967 in Freiburg geboren. Seine Mutter kam aus einer Uhrmacherfamilie in Welschenrohr. Sein Vater war aus Angola zum Studieren in die Schweiz gekommen. Während der Mittelschule wollte Bastos eigentlich Musiker werden; dem Vater schwebte aber etwas Nützliches vor. So studierte er Betriebswirtschaft – und entdeckte schnell, dass er unternehmerisches Talent hatte. Heute fliegt er in einem Privatjet um die Welt und verwaltet den milliardenschweren Staatsfonds Angolas.

Reporter Simon Christen hat Bastos in der angolanischen Hauptstadt Luanda besucht. Er wolle mithelfen, Afrikas gewaltiges Potenzial zu entfesseln, sagt Bastos. Er sehe sich als Visionär, als Macher, der etwas bewege. Das Bild, das die Medien von ihm gezeichnet haben, ist für ihn «Chabis»: «Die haben keine Ahnung von der Realität hier in Afrika.»

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