Nicht ohne mein Handy

Reporter berichtet über Menschen, die eine Auszeit brauchen von ihrem Handy. In einer Welt der ständigen Erreichbarkeit suchen sie eine Oase ohne Anschluss. Darum ziehen sie vorübergehend in eine abgelegene Berghütte und widmen sich Übungen in Achtsamkeit, Yoga und bewusstem Atmen.

Matthias Schmidt, Kadermann bei Swisscom, sitzt beim Frühstück und sagt: «Es sind schon zehn Mails aufgelaufen. Eines muss ich sofort beantworten, den Rest erledige ich dann im Büro.» Anina Mutter, Bloggerin, findet, man sollte das Handy zumindest beim Essen für einen Moment zur Seite legen: «Weil ich es wichtig finde, dass man sich darauf konzentriert, was man isst.» Und Stefan Grötzinger, Energiebeauftragter der Stadt Wil SG, erklärt, manchmal werde es ihm zu viel mit der ständigen digitalen Verfügbarkeit: «Dann mache ich eine Pause, gehe auf die Terrasse und atme mal durch.»

Drei Menschen, denen – wie uns allen – gerade die Zukunft passiert. Arbeitsprozesse beschleunigen sich. Unsere Erreichbarkeit nimmt zu. Es gibt kaum noch Orte, an denen wir keinen Empfang haben. Immer mehr Leute fragen sich: Kontrollieren wir die Digitalisierung? Oder werden wir zunehmend von ihr kontrolliert? Und wird der Mensch zum «gläsernen Bürger», der sich anonymen Algorithmen ausliefert, welche unsere Daten in wer weiss wessen Namen entschlüsseln und interpretieren?

Schmidt, Mutter und Grötzinger brauchen eine Auszeit. Sie möchten mal «offline» sein. Damit gehören sie zu einer wachsenden Zielgruppe, welche die Tourismus-Industrie für sich entdeckt hat: Gestresste Städter, die eine Oase ohne Anschluss in einer Welt der ständigen Erreichbarkeit suchen. Reporter Simon Christen ist dabei, als sie in ein «Digital Detox Camp» einchecken. Sie wollen «digital entgiften». Darum ziehen sie vorübergehend in eine abgelegene Berghütte oberhalb von Kandersteg, geben ihre Handys ab und widmen sich Übungen in Achtsamkeit, Yoga und bewusstem Atmen.

Diese Reportage bietet die Ausgangslage für die Diskussion in der Sendung «Arena/Reporter».