Steile Kurven, stramme Waden, kühles Bier

«Reporter» mit einer Hommage an die Offene Radrennbahn von Zürich Oerlikon, die dieses Wochenende ihr 100jähriges Bestehen feiert. Ein Ort, der vielen, vor allem Älteren, ein Stück Heimat bedeutet, der aber akut bedroht ist: Die Rennbahn besetzt begehrtes Bauland.

Das Leben des 70-jährigen Ernst Wenk dreht sich um den Radsport: Er sammelt alles, was im Zusammenhang mit dem Zweirad steht, verpasst keine Renn-Übertragung am Fernsehen und verbringt die meiste Zeit auf der Rennbahn Oerlikon. Im 100-jährigen Beton-Oval trifft Wenk auf andere Radsport-Enthusiasten - hauptsächlich Männer, die nur um wenige Jahre jünger sind als die Rennbahn selbst.

Kritiker haben die offene Rennbahn bereits totgesagt: Die Zuschauer pilgern längst nicht mehr in Massen nach Zürich Oerlikon, wie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als Stars wie Hugo Koblet und Ferdy Kübler sich im Stadion ihre Rennen lieferten.

Reporter Hanspeter Bäni hat Menschen porträtiert, die seit Jahrzehnten ins Monument des Radsports kommen, sich ein Bierchen gönnen und einfach hoffen, dass ihr Idyll nicht schon bald dem Bauboom zum Opfer fällt.