Roger Schawinski im Gespräch mit Ruedi Noser

Mit seinem Engagement für die Gletscher-Initiative hat Ruedi Noser einige FDP-Parteikollegen vor den Kopf gestossen. Wie ernst nimmt der Zürcher Ständerat die Klimaprobleme wirklich? Versucht er nur, sich im Wahlkampf zu profilieren? Roger Schawinski fragt nach.

«Ich will nicht in 20 Jahren vor meine Kinder hinstehen und sagen müssen: ‘Ihr habt recht, wir hätten etwas machen sollen.’ Wir sollten heute tun, was möglich ist.» So begründete der fünffache Familienvater Ruedi Noser, dass er im Initiativkomitee der Gletscher-Initiative Einsitz nimmt. Diese fordert, dass bis 2050 die Treibhausgasemissionen auf netto Null gesenkt werden.

Die ehrgeizigen Ziele der Initiative stehen im krassen Gegensatz zur bisherigen Politik der FDP auf nationaler und kantonaler Ebene. Von linken Kreisen und nicht zuletzt der aufkommenden Klimastreikbewegung wird die Partei als Verhinderin wahrgenommen – trotz zuletzt auch intern lauter werdenden Rufen nach einem grüneren Profil.

Kritiker werfen dem IT-Unternehmer Noser vor, ein Opportunist mit ausgeprägtem Karrieredenken zu sein. Er selbst kontert, er sei Pragmatiker, kein Ideologe. Kokettiert Noser bewusst mit Widersprüchen, um für den Ständeratswahlkampf im Herbst mit besseren Karten dazustehen? Und ist er tatsächlich ein EU-Turbo, wie von Herausforderer Roger Köppel behauptet? Im Gespräch mit Roger Schawinski nimmt der 58-Jährige Stellung.