Roger Schawinski im Gespräch mit Thomas Minder

Thomas Minder kämpft mit seiner Abzocker-Initiative im Alleingang gegen die Wirtschaftselite. Die Wut auf die Gier der Manager treibt ihn an, das Volk im Rücken macht ihm Mut. Was an ihm ist Engagement, was Selbstinszenierung? Und – ist seine Initiative zum Wohl oder zum Schaden der Schweiz?

Thomas Minder hat das Zeug, in die Schweizer Geschichtsbücher einzugehen, sollte seine Abzocker-Initiative am 3. März 2013 angenommen werden. Nur selten ist es bisher Einzelpersonen gelungen, ihre Anliegen in Volksabstimmungen durchzubringen. Leuchtendes Beispiel der jüngsten Vergangenheit ist etwa die Verwahrungsinitiative der Solokämpferin Antia Chaaban. Wird dieser Ruhm auch Thomas Minder zuteil, den schon heute das Etikett des Robin Hood der Schweiz ziert?

Seit 2004 hat er den Kampf gegen die Lohnexzesse der Managerkaste auf seine Fahne geschrieben. Damals wandte er sich mit einem offen Brief an den Bundesrat, der Geldgier auf den Chefetagen von Banken, Versicherungen und Grosskonzernen einen Riegel zu schieben. Er bewarb seine Forderung auch mit selbst finanzierten Inseraten und hat so seine Abzocker-Initiative ins Leben gerufen. 2008 hat er das Volksbegehren eingereicht, in vier Wochen wird darüber abgestimmt.

Der 53jährige Kleinunternehmer aus Schaffhausen, der in dritter Generation die Mundwasserfirma Trybol führt, lancierte mit der Abzocker-Initiative auch seine politische Karriere. Diese führte ihn 2011 überraschend als Parteilosen in den Ständerat, den er gleich als «Streichelzoo» und «Kindergarten» diffamierte. Er erlebte die parlamentarischen Debatten um seine Initiative als Verhinderungs- und Verzögerungstaktik. Nach dem Bruch mit Christoph Blocher kämpfte er allein, aber umso energischer für sein Anliegen. Jüngste Umfragen bestärken ihn in der Überzeugung, mit dem Volk im Rücken gegen die Schamlosigkeit der Managerelite einzuschreiten.

200‘000 Franken beträgt sein Kampagne-Budget, das mit dem 40fachen Betrag von 8 Millionen Franken der Economiesuisse konkurrieren muss. Den Gegenvorschlag zu seiner Initiative, den Wirtschaft, Parlament und Bundesrat propagieren, bezeichnet er als schlechte Kopie seines Originals. Und die Drohung seiner Gegner, dass die Initiative internationale Konzerne aus der Schweiz vertreiben würde, ist für ihn nichts als Angstmacherei.

Im grossen TV-Interview mit Roger Schawinski stellt sich der Politiker und Unternehmer Thomas Minder vier Wochen vor der Abstimmung den offenen Fragen zum persönlichen und gesellschaftlichen Hintergrund seines Kampfes gegen die Abzocker.

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