Sind Tiere kitzelig?

Es wäre so viel einfacher, Fragen über die Tierwelt zu beantworten, wenn diese Tiere auch sprechen könnten. Glücklicherweise gab es ein Tier, das die Gebärdensprache beherrschte: Schimpanse Washoe konnte so mit den Pflegern kommunizieren. Was er «gesagt» hat? Kitzelt mich!

Kitzelig am Bauch? Dieses Erdmännchen will es wissen.
Bildlegende: Kitzelig am Bauch? Dieses Erdmännchen will es wissen. Keystone

Mit seiner Freude am Gekitzelt werden ist Washoe in bester Gesellschaft: Auch Ratten mögen das. Entdeckten die Versuchsratten jeweils die menschliche Hand im Käfig, suchten sie deren Nähe, um gekitzelt zu werden. Dabei gaben die Ratten kaum wahrnehmbare Fiep-Laute von sich, die durchaus mit dem menschlichen Lachen verglichen werden können.

Tiere sind also kitzelig, und zwar wie der Mensch an versteckten Körperstellen. Nun gibt es zwei Theorien, was das Kitzeln bringen soll. So sind freundschaftliche Berührungen an intimen Körperstellen einerseits eine Art Beziehungskitt. Über die Berührung wird Nähe und Vertrauen hergestellt. Andererseits soll Kitzeln eine spielerische Übung zur Selbstverteidigung sein. Kitzeln fördert die Reaktionsgeschwindigkeit, falls intime Körperstellen angegriffen werden sollten.