«Rossnagel» für Kaulquappe

In der Deutschschweiz gibt es für Kaulquappen hauptsächlich zwei Begriffe: «Rossnagel» oder «Rosschopf». Woher die Froschjungen diese Namen haben, erklärt Sprachexperte Markus Gasser im «Schnabelweid-Briefkasten».

Mehrere dunkle Kaulquappen schwimmen im Wasser.
Bildlegende: «Rossnagel», «Rosschopf» oder «Rossgrind» heissen die Kaulquappen in der Schweizer Dialektsprache. Wikimedia/Francisco Welter-Schultes

Belegt ist «Rossnagel» laut dem Schweizerischen Wörterbuch in Bern, Glarus, Graubünden Luzern, St. Gallen, Wallis und Zürich. «Rosschopf» heissen die Kaulquappen in den Kantonen Aargau, Appenzell, Basel, Bern, Glarus, Graubünden, Luzern, Thurgau und Zürich. Im Kanton Uri gibt es ausserdem die Variante «Rossgrind».

Vielleicht war der Hufnagel Namensgeber für den «Rossnagel», meint der Sprachexperte. Diese Nägel haben einen breiten Kopf, der langsam zu einem schmalen Stift verläuft. So gesehen hat eine Kaulquappe grosse Ähnlichkeit mit einem Hufnagel.

Moderation: Joël Gilgen, Redaktion: Markus Gasser