«Ryystechopf-Buseli» und «s'Füüfi la grad si»

Zum 150. Geburtstag von Mundart- und Heimatdichter Meinrad Lienert geht es um einen Ausdruck in einem seiner Gedichte: «Ryystechopf-Buseli». «Ryyst» ist laut Sprachexperte Christian Schmutz eine ursprüngliche Mengenbezeichnung für Flachs oder Hanf, im Sinne von Büschel minderwertiger Fasern.

Ein auf alt gemachtes Bild mit einer Frau, die ihre Haare zu einem Dutt zusammengebunden hat.
Bildlegende: Ein Dutt oder – oder wie Meinrad Lienert sagen würde – ein «Ryystechopf-Buseli». colourbox

Mit «Ryystechopf-Buseli» beschreibt Meinrad Lienert einen Dutt, also einen hochgesteckten Haarknoten. Im Gegegensatz zu «Ryyst» ist «Ryystechopf» nirgends belegt. Christian Schmutz geht deshalb davon aus, dass Meinrad Lienert im Sinne künstlerischer Freiheit ein neues Wort erfunden hat.

Im «Schnabelweid-Briefkasten» erklärt der SRF-Mundartexperte ausserdem Herkunft und Bedeutung der Redewendung «Es Füüfi la grad si» für nicht so genau oder nachsichtig sein.

Moderation: Jörg Stoller, Redaktion: Christian Schmutz