De Nachthöiel und d Nachtigall

Was wie eine bekannte Fabel klingt, ist die lustvolle, wortgewaltige Schimpftirade zwischen einer Eule und einer Nachtigall. In 1800 Versen auf Zürichdeutsch erzählt, übersetzt aus dem mittelalterlichen Englisch von Hans Heinrich Meier.

Auf Zürichdeutsch zugänglich gemacht

Meier hat dieses Gedicht in seiner Freizeit mit Herzblut und grossem Sprachsinn übersetzt in ein Zürichdeutsch, das strotzt vor Lebendigkeit. Erstaunlich ist, was die beiden Streithähne verhandeln: Es geht zwar um typisch mittelalterliche Themen wie Gottgefälligkeit oder Nachtaktivität.

Auch darum, ob schöner Gesang eher tröstet oder eher verführt. Dabei sind die Positionen der beiden Streithähne aber weniger moralisch, als man vom Mittelalter gemeinhin erwartet. Die Aussage bleibt unwidersprochen, dass einer Ehefrau alles erlaubt ist, wenn ihr Mann sie schlecht behandelt.

«The Owl and the Nightingale» ist ein Kulturdenkmal, das Hans Heinrich Meier als «De Nachthöiel und d Nachtigall» in einem grossartigen Zürichdeutsch neu zugänglich gemacht hat.

The Owl & the Nightingale von Hans Heinrich Meier, Edition SignaThur

Autor/in: Markus Gasser, Moderation: Stefan Kohler