Der vergessene Wörterschatz im Keller

Es wäre das grösste Wörterbuch des 18. Jahrhunderts geworden: Das «Grosse Glossarium der deutschen Sprache». Doch dem Basler Theologen, Dichter und Sprachforscher Johann Jakob Spreng fehlte das Geld, um das Jahrhundertwerk zu drucken.

Johann Jakob Spreng
Bildlegende: Johann Jakob Spreng Wikipedia / Johann Rudolf Huber

Stattdessen lagerten Sprengs 20 Bände und 30 000 Zettel im Keller der Universitätsbibliothek Basel und gerieten in Vergessenheit. Vor drei Jahren hat der emeritierte Sprachwissenschaftler Heinrich Löffler den Wörterschatz wiederentdeckt.

100 000 Einträge zum Entziffern

Der Fund ist spektakulär, weil er das Weltwissen des 18. Jahrhunderts widerspiegelt. Löffler und freiwillige Helfer sind daran, die 100 000 handschriftlichen Einträge zu entziffern und abzuschreiben, um sie im Internet zugänglich zu machen.

Die Zeitmaschine im Bibliothekskeller

Die Hälfte des grossen Glossariums ist bereits abgeschrieben. Für Löffler ist diese Arbeit «wie ein Schwimmen in einer Zeitmaschine», der dem man dem Sprachforscher Spreng gleichsam über die Schulter schauen könne. Dabei kann man erfahren, was die Schweizerdeutschen Wörter «Redhus» (ein gutes Mundwerk) oder «Schneeblust» (Wölklein, das Schnee bringt) bedeuteten.

Moderation: Adrian Küpfer, Redaktion: Karin Salm, André Perler