Gereimte Zeitkritik – «d Zeedel» an der Basler Fasnacht

Eine der Spielarten der Satire an der Basler Fasnacht ist der sogenannte «Zeedel». Längere baseldeutsche Spottverse, die das jeweilige Sujet (Thema) einer Clique auf gekonnte Weise zum Ausdruck bringen. An die 500 solcher Zeedel gibt es jedes Jahr. Die Schnabelweid stellt die besten des Jahres vor.

Zeedel
Bildlegende: Zeedel SRF

Die Königsdisziplin der Basler Fasnacht ist sicher der Schnitzelbangg. Trotzdem gibt es seit Jahrzehnten eine weitere Tradition, die genauso beliebt und genauso in der Lage ist, Hohn und Spott über die Mächtigen auszugiessen: «Dr Zeedel».

Mit seiner gereimten Form und seiner ironisch-witzigen Grundhaltung ist er am ehesten mit deutschen Büttenreden zu vergleichen. In Basel hat er sich aber durch seinen feineren und oft auch selbstironischen Ton eine ganz eigene Form entwickelt.

Was die «Zeedel» ausmacht

Was ein guter «Zeedel» ist und warum, worin er dem sehr viel kürzeren Schnitzelbangg unter- und worin er ihm überlegen ist, welcher Stoff sich für einen «Zeedel» besonders eignet und welche Themen in diesem Jahr ganz besonders berücksichtigt werden, das erzählt Fasnachtsredaktor Michael Luisier zusammen mit dem langjährigen «Zeedelleser» des «Querschnitts durch die Basler Fasnacht» Urs Bihler.

Glarner Gedichte

Ausserdem in der Schnabelweid: Wir erklären, was das Verb «abprotze» für «abbauen, abreissen» mit Kanonen zu tun hat, und gehen dem Ortsnamen «Gimmiz» bei Walperswil im Berner Seeland auf den Grund. Auch ein Familienname wird in der Sendung erklärt und zwar «Gugerli», der vor allem in den Kantonen Zürich und Aargau verbreitet ist.

Gegen Ende der Sendung stellen wir Ihnen noch die glarnerdeutschen Gedichte von Fridolin Hauser vor - und damit auch den Glarner Dialekt.

Buch-Tipp

  • Fridolin Hauser: «Rüübis und Schtüübis». 80 mal «Frisch vum Fridli». Ä-n-Uuswahl vu Näflesser Mundaartvärs. Eigenverlag, www.hauserfridolin.ch

Moderation: Priska Plump, Redaktion: Michael Luisier, André Perler