Guy Krneta «Unger üs». Schnabelweid Sommerlesung 4

Ein junger Mann blättert im Familienalbum und erinnert sich: Wie Bärni behauptet, Grossvaters Chalet in Saanenmöser gesehen zu haben und der Briefkasten in Chamonix gefunden wird. Wie er aus dem Gefängnis entlassen wird und und er erfährt, dass Isabel schwanger ist.

Chalet im Berneroberland
Bildlegende: Chalet im Berneroberland Keystone

«Unger üs» ist ein Spoken-Word-Roman in Mundart des Berner Autors Guy Krneta. Es ist ein Gesellschaftsroman aus der Schweiz der 80er Jahre und er trägt den Untertitel «Familienalbum».

In satirischen, aber auch sehr bewegenden Szenen schildert Krneta Momentaufnahmen aus der Geschichte einer Schweizer Familie. Vom Grossvater, einem liebenswerten Polteri. Vom «Unggle Sämi», der das Bratwurtsjoghurt erfunden haben will und den pubertierenden Erzähler ins Puff einlädt. Von der Cousine Vivienne, die 11 Sprachen spricht, dafür kein Gefühl mehr für ihre Heimat hat. Und natürlich vom jugendlichen Erzähler selber, der als Militärdienstverweigerer im Gefängnis sitzt.

«Unger üs» lesen oder hören ist ein bisschen wie in einem Fotoalbum blättern. Man merkt den Texten an, dass sie für die Bühnenperformance verfasst worden sind: Sie sind auf Klangwirkung hin geschrieben, mit viel Rhythmus und Witz. Dazu klingen Gitarre und Ukulele, gespielt vom feinsinnigen Musiker Balts Nill.

Moderation: Marietta Tomaschett, Redaktion: Buschi Luginbühl, Markus Gasser