Militär – derber Mundartroman gegen nostalgisches Hörbuch

Der Militärdienst polarisiert. Ist er voller Nostalgie oder ist dies eine Welt, die es so nicht mehr geben dürfte? Ein Buch und ein Hörbuch setzen sich auf ganz unterschiedliche Weise mit dem Leben in Feldgrün auseinander. Es ist auch eine Wertediskussion.

Autor Michael Nejedly erlebte im Militär Zeit, die einfach nicht vergeht
Bildlegende: Autor Michael Nejedly erlebte im Militär Zeit, die einfach nicht vergeht SRF

«Es het nid ufghört Tag z si» heisst ein brandneuer Mundartroman des jungen Berners Michael Nejedly. Er beschreibt mit viel Militärslang und Derbheit einen WK im Militärbunker. Das menschliche Zusammenleben wird hier arg strapaziert und manche Situation artet aus. Ist so ein Betrieb noch zeitgemäss? Und wie langsam kann Zeit eigentlich vergehen?

Diese Langeweile und Hinterfragung klammert Heinz Häsler aus. In seinem dreiteiligen Hörbuch «Dienschtzyt» – als Cover ein gemaltes Bild mit pausemachenden Soldaten der Aktivdienstzeit – erzählt er anekdotische Begebenheiten aus seiner über 40-jährigen Dienstzeit. Immerhin war Häsler Anfang 1990er-Jahre Chef der Schweizer Armee. Mindestens so wichtig ist dabei die urchige Gsteigwiler Mundart des mittlerweile 89-jährigen Autors.

Veraltete Werte?

Rund um diese zwei Werke führt die Schnabelweid auch eine Wertediskussion um das Verbindende und Trennende in der Armee.

Zur Schnabelweid gehören auch die Mundart-Briefkasten (wie Nörschel für «Kopf») sowie die Erklärung zum Familiennamen Dietiker.

TIPP:

  • Michael Nejedly: Es het nid ufghört Tag z si. Mundartroman Zytglogge Verlag 2019.
  • Heinz Häsler: Dienschtzyt. Mundart-Hörbuch mit 3 CD. Weber Verlag 2018.

Redaktion: Christian Schmutz