Neuartiger Totentanz von Angelo Lottaz

Der Psychothearpeut und Theologe Angelo Lottaz legt einen berndeutschen Roman vor. «Totetänz» ist literarisch wie selten eine Mundart-Publikation. Der Dialektroman lebt!

Angelo Lottaz
Bildlegende: Angelo Lottaz SRF

Fons, die Hauptperson, verliert viele Frauen aus seinem Umfeld an den Tod. Dieser ist stärker, früher oder später holt er alle.

Der Roman «Totetänz» ist eine ländliche Familiensage über vier Generationen. Viele der Haupt- und Nebengeschichten in Lottaz' Roman entstehen durch falsche Reaktionen von Uninformierten. Aber niemand tut etwas, um besser informiert zu sein. Erst am Totenbett ihrer Nächsten beginnen die Überlebenden langsam zu verstehen.

Fons lässt in seinem ganzen Leben viel mit sich machen. Mit Schweigen kommt er weit, leidet aber gleichzeitig unter Unausgesprochenem und Missverständnissen in einem Dorf voller ungeschriebener Gesetze. Die Hackordnung ist und bleibt fix.

Literarisches Eintauchen

Mundartliteratur trägt seit Jahren vor allem das Kleid von Kurzgeschichten, Gedichten und Liedertexten. Pedro Lenz und Guy Krneta haben kürzlich Romane in der Spoken-Word-Tradition herausgegeben. Angelo Lottaz beweist nun aber mit Totetänz, dass auch literarisch anspruchsvollere Stile und Themen als moderne Berndeutsch-Romane funktionieren.

Wenn Ramseiers grasen

Auch in der Schnabelweid: Beim heutigen Volkslied «Ramseiers wei ga grase» fliessen unterschiedliche Einflüsse mit ein. Eine Spurensuche findet die Familie Ramseier in Gümligen ums Jahr 1880.

TIPP: Angelo Lottaz: Totetänz. Weber Verlag 2014.

Moderation: Riccarda Trepp, Redaktion: Christian Schmutz