Sagen auf dem Ballenberg

Im Freilichtmuseum Ballenberg werden über den Sommer Sagen aus verschiedenen Regionen der Deutschschweiz erzählt – die Schnabelweid war beim «Linggsmähder vo Madiswiu» dabei.

Madiswilerhaus im Freilichtmuseum Ballenberg
Bildlegende: Madiswilerhaus im Freilichtmuseum Ballenberg Ballenberg, Freilichtmuseum der Schweiz

Diesen Sommer treten im Freilichtmuseum Ballenberg bei Brienz Mundarterzähler aus der halben Schweiz auf. Im Gepäck haben sie Sagen und Geschichten aus ihrer Region. So auch Paul Niederhauser aus Huttwil, der zwei Geschichten aus dem Oberaargauer Dorf Madiswil dabeihat: Die Sage vom «Linggsmähder» in Balladenform und die Lügengeschichte «Fescht im Dorf», beide aufgeschrieben vom Madiswiler Schmied und Dichter Jakob Käser.

«Dr Linggsmähder vo Madiswiu»

In der Schnabelweid gibt es die Sage vom «Linggsmähder» zu hören, die heute noch eine grosse Bedeutung für Madiswil hat. Alle 10 Jahre wird die Geschichte von Ueli, dem «Linggsmähder», und seiner Angebeteten Vreni im Dorf als Theaterstück aufgeführt. Und sogar im Gemeindewappen ist der Linggsmähder mit der Sense in der Hand zu sehen. Nur so viel sei verraten: Der Knecht Ueli möchte Vreni, die hübsche Tochter seines Meisters heiraten. Dieser ist aber gegen die Heirat. Aus Überheblichkeit stellt er Ueli eine unmenschliche Aufgabe, die dieser erfüllen muss, wenn er Vreni doch heiraten will. Wild entschlossen macht sich Ueli an die Arbeit

Altes vs. neues Berndeutsch

Im Anschluss verrät Geschichtenerzähler Paul Niederhauser, warum ihn die Sage vom Linggsmähder so gut gefällt und was für eine Botschaft sie bis heute transportiert. Und er spricht mit Schnabelweid-Redaktor André Perler über das Berndeutsch von früher und heute.

Gschmöis-App

Dann stellen wir Ihnen das neuste Dialekt-App vor, das «Gschmöis-App». Was es kann, was es nicht kann und was die Forschenden der Uni Zürich damit herausfinden wollen, das erfahren Sie in der Schnabelweid.

Lämschi? Schlargg?

Ausserdem gibt es in dieser Sendung die Antworten auf folgende Fragen: Was meint eine Oberaargauerin mit «Lämschi»? Sagt man für einen Fleck eigentlich «Schlirgg» oder «Schlargg»? Und kommen Menschen mit dem Nachnamen «Wenger» ursprünglich aus Wengen im Berner Oberland?

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: André Perler