Straauobschd: Dialektgedichte aus dem Saarland

Der Saarländer Gérard Carau schreibt Gedichte im moselfränkischen Dialekt - mal schön, mal traurig, aber immer treffend. In der Schnabelweid zeigt Gérard Carau sein Saarland und seine Gedichte.

Die Saarschleife bei Mettlach im Saarland
Bildlegende: Die Saarschleife bei Mettlach im Saarland Wikicommons / Wolfgang Staudt

«Straauobschd» lautet der Titel von Gérard Caraus Textsammlung, «Streuobst» auf Hochdeutsch. Streuobst bezeichnet eine umweltschonende und ästhetische Ansammlung von Obstbäumen - das Gegenteil von Monokultur.

Dasselbe lässt sich auch von Gérard Caraus Texten in diesem Buch sagen: Es ist eine vielfältige Mischung aus Gedichten und Kolumnen, zum Teil auf Hochdeutsch, aber vor allem im Dialekt. Genauer: Im moselfränkischen Dialekt, der im Nordwesten des deutschen Bundeslands Saarland und in der angrenzenden französischen Region Lotrhingen gesprochen wird.

Ernste Themen, knappe Sprache

Die Gedichte von Gérard Carau sind meist kurz und knapp. Zwischen den Zeilen kann man dafür umso mehr lesen. Drei der Themen, die Gérard Carau in seinen Gedichten am häufigsten behandelt, sind Heimat, Sprache und Krieg. Und das kommt nich von ungefähr: Sein Vater ist französischsprachiger Lothringer, seine Mutter Saarländerin. 1948 ist Gérard Carau mitten in die kriegsversehrte Grenzregion hineingeboren und beidseits der Grenze aufgewachsen.

Für die Schnabelweid hat Mundartredaktor André Perler Gérard Carau im Saarland besucht. Zusammen haben sie für den Autor wichtige Orte besucht und über den Dialekt, die Menschen und die Gedichte gesprochen.

Janosch auf Alemannisch

Ausserdem in dieser Sendung: «Ooh, wie isch des schön, des Panama». Janoschs Geschichte vom Tiger und vom Bär gibt's neu auch auf Alemannisch, dem Dialekt von Südbaden. Wir stellen das Buch vor.

Buchtipps

Gérard Carau: Straauobschd. Moselfränkisch Texter, Edition Gau un Griis, Bouzonville 2015.

Janosch: «Ooh, wie isch des schön, des Panama». In s Alemannischi übretrait vo de Carola Horstmann, Edition Tintenfass, Neckarsteinach 2016. ISBN 978-3-946190-23-3

Moderation: Riccarda Trepp, Redaktion: André Perler