«Unser Familienname kommt von eingewanderten Hugenotten»

Von Mythen und Realitäten in der Familiennamenforschung oder: Was Namen wie Gäggeler, Bünzli, Schlumpf, Wichser oder Süsstrunk wirklich bedeuten.

Jeder Name hat seine Geschichte
Bildlegende: Jeder Name hat seine Geschichte Keystone

Unsere Familiennamen liegen uns am Herzen. Die meisten Menschen fragen sich irgendwann, was ihr Name eigentlich bedeutet. Nicht immer kommt dabei eine aus heutiger Sicht erfreuliche Antwort heraus. Kein Wunder, ranken sich in vielen Familien Mythen und Legenden um die Herkunft ihres Namens: Zugewanderte Hugenotten oder ehemalige Adlige sind oft genannte Wurzeln für den Namen und somit auch für die Abstammung der Familie.

Ein Übername statt ein Adligenname

Die Realität, die sich mit Hilfe von Quellenstudium oft erhärten lässt, ist meistens nüchtern. Der Beruf, der Wohnort oder die körperliche oder charakterliche Eigenschaft eines einheimischen Vorfahren hat zu einem Übernamen geführt. Dieser Übername hat sich mit der Zeit verfestigt für die Familie und ist schliesslich zum offiziellen Namen geworden. Diese prosaische Realität macht aber nichts: Familiennamen geben faszinierende Einblicke in die Mentalität des Spätmittelalters, als sie entstanden.

Zwei Experten im Studio

Wie gehen Namenforscher vor? Wie kann man selber mit einfachen Mitteln der Bedeutung seines Namens auf die Spur kommen? Warum wurden aus Namen Alltagsbegriffe wie "Bünzli" oder "Hinz und Kunz"? Mundartredaktor Markus Gasser und Martin Graf vom Schweizerdeutschen Wörterbuch sind als Experten live im Studio und analysieren auch Namenbeispiele, die HörerInnen im Laufe des Tages geschickt haben.

Buchtipps
  • Konrad Kunze: dtv-Atlas Namendkunde. Vor- und Familiennamen im deutschen Sprachgebiet. Deutscher Taschenbuch Verlag
  • Fleischli - Luder - Schlumpf: Schweizer Namen - Gründlich erklärt. orell füssli Verlag
  • Rosa und Volker Kohlheim: Die wunderbare Welt der Namen. Dudenverlag

Moderation: Regi Sager, Redaktion: Markus Gasser, Martin Graf