«Dahinden vor 500 Jahren» vom 4.8.2017

In Büren an der Aare wurden totgeborene Kinder vermeintlich zum Leben erweckt - wenn man dafür genug Geld bezahlte. Und in Zürich wetterte Huldrych Zwingli gegen die liederlichen Sitten im Kloster. Sabine Dahinden sucht Spuren dieser Umbruchzeit und stürzt sich für Zwingli in ein Schwestern-Gewand.

Totgeborene Kinder werden zum Leben erweckt

Im Spätmittelalter sind viele Menschen stark abergläubisch und die Geistlichen machen damit nur zu gerne ein Geschäft: Als Wallfahrtsort besonders erfolgreich ist Büren an der Aare. Hunderte von totgeborenen Kindern werden von ihren Eltern dorthin getragen. Sie werden für einige Sekunden "zum Leben erweckt", getauft und damit erlöst. Dahinter steckt ein schlauer Trick.

Die Heiligen im Berner Kirchenhimmel

Im Berner Münster ganz vorne, hoch über den Köpfen der Gläubigen, haben 87 Heilige Bildersturm und Reformation unbeschadet überstanden. Künstler schufen sie in Akkordarbeit, um Gott zu gefallen. Nun wird der "himmlische Hof" vom Dreck der letzten fünf Jahrhunderte befreit.

Huldrych Zwingli wettert gegen Aberglauben und Leichtsinn

Im Zürcher Grossmünster wird ein pompöses Schauspiel aufgeführt. Eine Theatertruppe um Regisseur Volker Hesse lässt den Reformator Zwingli aufleben. Sabine Dahinden wird ins Gewand einer Krankenschwester gesteckt. Sie ist Statistin im Stück, das von Umbruch und Kriegswirren erzählt.