«Die Alpenreise» vom 30.7.2018

Zweimal ging das Skigebiet Lungern-Schönbüel konkurs, nun ist es ein Paradebeispiel für sanften Tourismus und den Verzicht auf herkömmlichen Wintersport um jeden Preis. In der dritten Woche müssen Sabine Dahinden und ihr Team ihre Kletterkünste unter Beweis stellen und trainieren dafür fleissig.

Die Alpenreise: Sanfter Tourismus in Lungern-Schönbüel

Als Miss Jemima von den beeindruckenden Berner Alpen herkommend über den Brünig schritt, sah sie auf der anderen Seite wenige Gründe für eine nähere Betrachtung der Landschaft: Weder der Lungern- noch der Sarnensee können «sich eines besonderen Alpenpanoramas rühmen.»

Heute gibt es definitiv gute Gründe, in Lungern Halt zu machen. Denn Lungern-Schönbüel ist eines der wenigen Skigebiete in den Voralpen, welche seine Skilifte abgebaut und auf sanften Tourismus umgesattelt hat.

Die Geschichte des Skigebiets ist typisch für viele kleinere Skigebiete in den Alpen: Erbaut 1960, während des Wirtschafts- und Wintersport-Booms, musste das Skigebiet 2001 mangels Auslastung erstmals Konkurs anmelden. Zuvor hatte die Gemeinde Lungern ihr Skigebiet mehrfach mit Geldspritzen am Leben erhalten. «Neuer Investor, neues Glück», hiess es von 2001 bis 2013, bis das Bundesamt für Verkehr dem Betreiber die Konzession wegen – aus Geldmangel – nicht erfolgter Wartungsarbeiten die Konzession verweigerte. Im Frühling 2014 ging das Skigebiet Konkurs.

Der Verzicht auf den herkömmlichen Wintersport mit einer Sesselbahn und zwei Skiliften war die wichtigste Bedingung von Mäzen Theo Breisacher, als er 2015 die Seilbahn von Lungern auf den Turren aus der Konkursmasse herauskaufte. Mit dem Konzept «sanfter» Tourismus setzt Lungern-Turren seither im Sommer auf Wanderer und im Winter auf Schneeschuhwandern und Skitouren. Der Start ist geglückt.

«Schweiz aktuell» live aus dem Skigebiet Lungern-Schönbüel.

Höhenfieber: Der Kletterboom

Auf der dritten und letzten Tour geht’s in die Vertikale. Die drei Freiwilligen und «Schweiz aktuell»-Moderatorin Sabine Dahinden üben in der Kletterhalle für ihre letzten Abenteuer, die sie an den Klettersteig Tällistock in Meiringen und auf den Pilatus führen.

Beim Klettern sind andere Fertigkeiten gefragt als auf den Hochtouren – und die Kräfteverhältnisse innerhalb der Gruppe verändern sich.

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